Year: 2009
Type: article
Abstract: Kurzumtriebsplantagen (KUP) mit schnellwachsenden Weiden- und Pappelklonen (Salix und Populus spp.) führen auf vormals kommerziell genutzten Ackerböden zur Einstellung der Bodenbearbeitung in Verbindung mit erhöhten Streumengen. Zusätzlich ist die Qualität der Streu verändert (z. B. das C/N-Verhältnis und der Ligningehalt erhöht) und hierdurch kann der Streuabbau verzögert sein. Diese Faktoren können im Oberboden zu erhöhter Kohlenstoffspeicherung führen. Der Verbleib der Blattstreu im Bestand führt zu einer hohen Nährstoffrückführung. Im Gegensatz zu kommerziellen landwirtschaftlichen Nutzpflanzen können Weiden und Pappeln Ektomykorrhizierung ausbilden. Das führt zu einer Einwanderung von Ektomykorrhizapilzen in landwirtschaftliche Böden und zu Veränderungen in der bodenmikrobiellen Aktivität und Besiedlung. Der Verzicht auf Bodenbearbeitung und die hohen Streumengen können weiterhin zu Veränderungen in der Abundanz und Diversität der Bodenfauna führen, z.B. zu erhöhten Abundanzen von Regenwürmern (Lumbricidae) und trotz erhöhter Diversität zu reduzierten Abundanzen von Laufkäfern (Carabidae). Aufgrund ihrer hohen Biomasseproduktion und hohen Feinwurzeldichten eignen sich Weiden- und Pappelklone zur Phytoremediation von kontaminierten Böden (z.B. über die Aufnahme von Cd und Zn und den Abbau von Xenobiotica). Insgesamt können KUP auf vormals mit annuellen Kulturen bestellten landwirtschaftlichen Flächen damit verschiedene bodenökologische Verbesserungen bewirken. Informationsdefizite bestehen insbesondere weiterhin zu Langzeitwirkungen und zur Nachhaltigkeit dieser Veränderungen nach Rückkehr zur vorherigen Ackernutzung.
Source: OpenAgrar
Institution: University of Rostock
Language: English
Subfield: Agronomy and Crop Science
Domain: Life Sciences
Open Access status: green
OpenAlex ID: W142887188
