Year: 2009
Type: article
Abstract: Die Nachfrage nach Wein bleibt weiterhin in wohlhabenden oder wohlhabend werdenden Volkswirtschaften auf Wachstumskurs.Insofern steigt das Verbrauchsvolumen weltweit ebenso an, wie sich der internationale Handel mit Wein ausweitet.Welchen Einfluss die aktuelle Finanz-und Wirtschaftskrise darauf haben wird, ist gegenwärtig noch nicht abzuschätzen.Am härtesten betroffen sind hochwertige Prestigeweine, deren Nachfrage leidet, wenn Unternehmen in harte Sparkurse gezwungen werden und Topmanager ihren Job verlieren.Erste Meldungen von Auslastungsschwierigkeiten in der Topgastronomie und Rückgängen im Champagnerabsatz lassen erste Folgewirkungen der Finanzkrise weltweit erkennen.Während die erste Jahreshälfte 2008 im internationalen Weingeschäft noch weitgehend normal verlief, machen sich die erwähnten Einschränkungen ab September 2008 bemerkbar.Als starke Wachstumsmotoren des Weinkonsums konnten in den letzten Jahren vor allem die USA und Großbritannien ausgemacht werden, während in Skandinavien, den BRIC-Staaten und in Deutschland der Weinverbrauch langsam, aber kontinuierlich wuchs.Diese Zuwächse werden aber bei einer Volumenbetrachtung weitgehend von den Rückgängen des Weinverbrauchs in Frankreich, Spanien und Italien kompensiert, weil dort die Umstellung des Konsums von einfachen und leichten ‚Alltagsweinen' zu gehaltvolleren ‚Gelegenheitsweinen' Verbrauchsmenge kostet, aber dafür Wertschöpfung einbringt.Leider gibt es weltweit keine Daten über den Wert des Weinverbrauchs, sodass eine Wertbetrachtung nicht möglich ist.Es kann aber die Beobachtung gemacht werden, dass die gehaltvolleren Weine auch zu höheren Preisen gekauft werden, ob im Handel oder im Restaurant.Die internationale Diskussion in der Weinbranche über mittlerweile bei vielen Weinen zu hohe Alkoholgehalte kann als Zeichen für die realisierte Qualitätssteigerung gewertet werden.Die weltweit eingeführten Qualitätsmanagementsysteme von der Traube bis zum Handelsregal stabilisieren und verbessern die Weinqualität.Zumindest für den breiten Massenkonsum kann man konstatieren, dass mit der Konzentration der Weinverarbeitung in größeren Kellereien die Konstanz und Kundenorientierung der Weinqualität stark zugenommen hat.Auch damit kann ein Teil der Verbrauchssteigerungen erklärt werden.Die Weinerzeugung im Jahr 2008 verlief global ebenfalls ohne dramatische Veränderungen, allerdings mit länderspezifischen Variationen.So konnte beispielsweise Australien im Frühjahr eine außerordentlich große Ernte mit 14-15 Millionen hl einfahren.In Südafrika, Chile und Argentinien bewegte sich die Ernte etwa auf dem Niveau des Vorjahres, während Neuseeland eine außerordentlich große Ernte insbesondere bei der Rebsorte Sauvignon Blanc einbringen konnte.Hier haben sich schon erste Spekulationen über die Preisstellung neuseeländischer Sauvignon Blanc Weine, vor allem auf dem britischen Markt, breit gemacht.Auch von der Ernte in Kalifornien werden keine Besonderheiten gemeldet.In Europa wird von einer Gesamternte von 160-165 Millionen hl ausgegangen, so dass für die globale Marktversorgung eine ausreichende Erzeugung zur Verfügung Abbildung 1. Weltweinproduktion und -konsum
Authors: Hoffmann, Dieter, Hoffmann, Dieter
Language: German
Topic: Wine Industry and Tourism
Domain: Social Sciences
Open Access status: green
OpenAlex ID: W1539382059
