Vom Amt zur Agentur? Organisationsvielfalt, Anpassungsdruck und institutionelle Wandlungsprozesse im deutschen Verwaltungsmodell
Year: 2008
Type: book-chapter
Abstract: „Agentur hat Konjunktur“ titelte der (Nr. 8/ 2003: 1) angesichts einer wachsenden Zahl von Bundesbehörden, die nach dem Vorbild des sog. „Agency“-Konzeptes errichtet oder reorganisiert werden. Die Bundesrepublik scheint damit einem internationalen Trend zu folgen (vgl. Thatcher 2002, 2004; Gilardi 2002; Pollitt/ Bouckert 2004; Tenbücken 2004). Versucht man diese Beobachtung in die weitergehende Frage zu übersetzen, ob und in welchem Umfang daraus ein institutioneller Wandel resultiert, stellt sich erstens ein definitorisches Problem, da der Terminus Agency „rather an omnibus label to describe a variety of organisations“ (Majone/ Everson 2001: 150) reprÄsentiert als einen generischen Typus von Verwaltung. Hinzu kommt, dass das Konzept in zwei parallel laufenden, aber miteinander kaum verbundenen Diskursen auftritt. Im New Public Management-Diskurs (NPM) werden Agencies vor allem über die Organisationsdimension definiert (vgl. Pollitt et al. 2001: 274 f.; OECD 2002; Talbot 2004: 14 ff.): Es handelt sich um von der Ministerialverwaltung getrennte, aber nach wie vor dem Geltungsbereich des öffentlichen Rechts zugehörige Behörden, deren Aufgaben — der Trennung zwischen „policies“, die allein von der Regierung bzw. den vorgesetzten Ministerien zu formulieren sind, und „operations“ folgend — sich auf den Vollzug beschrÄnken, die dabei aber hochspezialisiert und von einer „task orientation“ gekennzeichnet sind, und die schlie\lich nicht wie im klassischen Bürokratiemodell direkt und hierarchisch, sondern indirekt („at arm’s length“) über Kontrakte bzw.
Author: Marian Döhler
Institution: FernUniversität in Hagen
Language: German
Subfield: Public Administration
Field: Social Sciences
Domain: Social Sciences
Open Access status: green
OpenAlex ID: W1546161833
