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Wissen, Kommunikation und Selbstdarstellung

Year: 2009
Type: book
Abstract: Thorsten Fögen behandelt in dieser Studie vorrangig römische Fachtexte des ersten vor- und nachchristlichen Jahrhunderts und nähert sich der Frage nach dem Autorenbewußtsein und der Selbstdarstellung antiker Fachschriftsteller auf zwei Ebenen: Im ersten Teil liegt der Schwerpunkt auf einer synoptischen Diskussion antiker Zeugnisse zu den Charakteristika von Fachtexten und Fachsprachen. Dabei stehen sprachliche Mittel im engeren Sinne im Vordergrund, also lexikalische, morphologische und syntaktische, aber auch pragmatische Phänomene, die antike Autoren mit fachlichen Diskursen assoziieren. Im zweiten Teil folgen exemplarische Untersuchungen zu vier Fachtexten der frühen Kaiserzeit: Vitruvs „De architectura“, Columellas „De re rustica“, Plinius’ „Naturalis historia“ und Frontins „De aquaeductu urbis Romae“. Im Zentrum stehen die Formen der Selbstpräsentation der jeweiligen Verfasser gegenüber ihrem Lesepublikum und die dazu von ihnen verwendeten rhetorischen Strategien. Im einzelnen wird herausgearbeitet, wie sie sich von ihren Vorgängern abzusetzen versuchen und als Autorität inszenieren. In diesem Rahmen geht es nicht zuletzt um soziale und ethische Aspekte von Wissenschaft, wie z. B. Offenheit im Umgang mit Wissensbeständen, Erkenntnisfortschritt, den praktischen und politischen Nutzen von Fachwissen sowie den damit verbundenen materiellen Gewinn. Die Arbeit ist an der Schnittstelle von Sprach- und Literaturwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte und Kultursoziologie angesiedelt. Thorsten Fögen analysiert antike Fachtexte als Zeugnisse soziokultureller Strukturen und damit die politisch-ideologischen Implikationen von Fachschriftstellerei, die sich aus der von ihnen entworfenen Weltanschauung, ihrem Verhältnis zur Tradition und dem von ihnen vertretenen Wertesystem identifizieren lassen.
Language: German
Subfield: Anthropology
Open Access status: green
OpenAlex ID: W1548386896
FWCI: 2.126
Cites:
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