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Le Mané Lud en images. Interprétations de signes gravés sur les parois de la tombe à couloir néolithique de Locmariaquer (Morbihan)

Year: 2007
Type: article
Abstract: Zusammenfassung. Der „große Tumulus“ des Mané Lud verdankt seine Berühmtheit vor allem seinem – erst später hinzugefügten – Ganggrab, das ihn im Westen begrenzt und eine große Anzahl von Gravuren aufweist, die zu den berühmtesten des europäischen Corpus zählen. In einem früheren Artikel wurden zehn Orthostaten beschrieben und fotografisch sowie zeichnerisch dargestellt. Hier werden nun die digitale Bilderfassung, die Darstellungsweisen der Zeichen und der Stelen und die Natur der Linien wiederaufgenommen. Das Corpus der Zeichen wird anschließend analysiert und neu interpretiert. Die Große Göttin wird ein blasender Pottwal; die Dechsel ist ein Mann mit gekreuzten Armen, das Beil des Holzfällers eine Kriegswaffe, der Hirtenstab nur ein Bumerang, das hornförmige Zeichen ein fliegender Vogel, das Graffito bzw. der Kamm ein besetztes Boot und die „Muttergöttin“ stellt die Welt im Kleinen dar. In diesem Artikel plädieren wir faktisch für eine Archäologie der Bilder, eine vernachlässigte Kategorie, bei der das wahrgenommene und das geschaffene Bild nicht nur in fortwährendem Wettbewerb miteinander stehen, sondern in der Archäologie der Vorgeschichte überhaupt und in dem was sie Fels-oder Höhlenmalerei oder rock art nennt, auch fortwährend miteinander verwechselt werden. Die Gravuren des Mané Lud sind die Zeichen des Kleinen und des unermesslich Großen. Doch über den hier vorgelegten phänomenologischen Bericht hinaus stellt sich im weiteren Sinne die Frage nach der bildlichen Darstellung der Macht, die sich oft auf historische Probleme beschränkt, die mehr oder weniger auf der Schrift basieren. Und wenn es auch zwecklos erscheinen mag, in der Schrift als solcher oder in dieser Abfolge eingravierter Zeichen den Ursprung jeder Hierarchie oder jeder Herrschaft suchen zu wollen, so ist man doch berechtigt sich die Frage zu stellen, welche Rolle diese in Stein eingravierten „aneinander gereihten“ Zeichen gespielt haben mögen bei der Wandlung des politischen Bewusstseins, bei der Einführung neuer Denkweisen, die neuen Herrschaftsweisen entsprechen, die in unseren Augen das Erstellen in einer so kurzen Zeit von Monumenten reflektiert, die zu den gigantischsten des 5. Jahrtausends in Europa gehören. Denn die ersten Schriftsysteme und selbst diese noch älteren graphischen Darstellungsweisen, welche die eingravierte Geschichte eines Anfangs kennzeichnen, haben zugleich die Organisation des sozialen Lebens beeinflusst und die Erkenntnissysteme bereichert. Dies ist die von symbolischen Motiven getriebene Glanzleistung der Technik: hunderte Tonnen von Felsgestein an die Meeresküsten zu transportieren, an die Grenzen des Unergründlichen, damit sie dem Mythos als unvergesslicher Spiegel dienen, vielleicht dem eines Ursprungs, der Gründung eines Königtums. Und selbst, wenn eine Nachricht nicht auf das Instrument ihrer Übermittlung reduziert werden darf, so wirkt sich doch jede Änderung im Kommunikationssystem – und die archäologische „Kultur“ ist ebenfalls Teil dieser Abfolge von Kommunikationshandlungen -zwangsläufig auf die übermittelten Inhalte aus. Dies ist das neue Neolithikum in seiner westlichen Revolution. Übersetzung: Isa Odenhardt-Donvez
Author: Serge Cassen
Language: German
Subfield: Archeology
Open Access status: green
OpenAlex ID: W1984874580
FWCI: 3.184
Cites: 1
Cited by: 18
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