Year: 1996
Type: article
Abstract: Zur Repräsentation der Vokallänge in der deutschen StändardspracheThe opposition of long and short vowels in Modern Standard German is not segmental (tense/lax) but prosodic.It differs essentially from the corresponding opposition in other languages, e.g.Latin and Finnish, being a contrast of syllable cut, which is a special technique of producing short vowels under less favorable conditions as the lengthening effect of strong dynamic stress.In German syllable cut only occurs in potentially stressed syllables.The opposition is represented by a syllable structure containing a special position ("irnplo-I sion"), which is responsible for all phonological correlates of vowel quantity.fL ' ' • ' ' ' 1. Einleitung Kein Teilgebiet der Linguistik ist so gut erforscht wie die Phonologie, und wenige Sprachen sind so gründlich beschrieben wie die deutsche Standardsprache, trotzdem gibt es keine eindeutige Antwort auf eine so simple Frage wie die nach der Anzahl der Vokale im Deutschen.Ist das e in Bett dasselbe wie das in Beet oder ein anderes?Ich will im folgenden die These vertreten, daß das e in Beet dasselbe ist wie das in Bett und daß die Opposition dieser beiden Laute nicht in einem segmentalen Kontrast besteht (etwa gespannt/ungespannt), sondern daß sie lediglich unterschiedliche Positionen in der Silbenstruktur einnehmen.Der Unterschied in der Gespanntheit ist nur ein phonetisches Korrelat dieses prosodischen Unterschieds.Bei der Vokalopposition in der deutschen Standardsprache der Gegenwart handelt es sich auch nicht um einen "normalen 6 ' prosodischen Quantitätskontrast wie im Finnischen oder im Latein, sondern um einen eigenen Typ, der sich von der "klassischen" Quantität wesentlich unterscheidet.Typologisch ist die Vokalopposition im Deutschen z.B. mit der des Norwegischen und des Isländischen verwandt; es handelt sich um einen "Silbenschmttkontrast".Die besondere Ausprägung der Vokalquantität im Deutschen hängt mit dem starken dynamischen Akzent zusammen; so läßt sich auch erklären, warum das Deutsche eine Sübenschnittsprache ist.
Author: Thomas Becker
Language: German
Subfield: Experimental and Cognitive Psychology
Field: Psychology
Domain: Social Sciences
Open Access status: diamond
OpenAlex ID: W2084702142
