Versorgung Zwangserkrankter mit kognitiver Verhaltenstherapie als Behandlungsmethode erster Wahl
Year: 2015
Type: article
Study design: Observational Study
Abstract: Hintergrund: Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) mit Exposition und Reaktionsverhinderung stellt die Behandlungsmethode erster Wahl für Patienten mit Zwangsstörung dar. Ziel der vorliegenden Studie war die Bestimmung des Anteils an Patienten mit einer Zwangsstörung, die in Deutschland eine KVT mit Exposition und Reaktionsverhinderung erhalten. Methode: Hierzu wurden die Daten aus einer Befragung zur Behandlungsvorgeschichte einer Stichprobe von 369 Patienten mit einer Zwangsstörung nach ICD-10 analysiert. Ergebnisse: Insgesamt berichteten 60% der Patienten, in ihrer Behandlungsvorgeschichte mindestens einmal eine KVT mit Expositionsübungen erhalten zu haben. Bei 37% war dies die erste Behandlung. 46% gaben an, mindestens einmal eine KVT mit therapeutenbegleiteten Expositionsübungen erhalten zu haben. Durchschnittlich vergingen 6 Jahre zwischen Beginn der Zwangsstörung und Beginn der ersten Behandlung. Schlussfolgerungen: Zwei Fünftel der Patienten unserer Stichprobe berichteten, dass sie noch nie eine KVT mit Exposition und Reaktionsverhinderung erhalten hatten, obwohl es sich dabei um die Methode erster Wahl bei Zwangsstörungen handelt. Wir diskutieren potenzielle Hürden aufseiten der Patienten, Ärzte und Therapeuten sowie Maßnahmen, die zur Verbesserung der Versorgungssituation beitragen könnten.
Source: Verhaltenstherapie
DOI: 10.1159/000438717
Institutions: University of Freiburg, University Medical Center Freiburg, Schön Klinik Roseneck, LMU Klinikum, Ludwig-Maximilians-Universität München, University of Zurich, University Hospital Zurich, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, University Hospital Leipzig, Leipzig University, University Medical Center Hamburg-Eppendorf
Language: German
Subfield: Clinical Psychology
Field: Psychology
Domain: Social Sciences
Open Access status: bronze
OpenAlex ID: W2272050568
