Event als Interaktion und Inszenierung. Ein Beitrag zu Theorie und Praxis der Medienästhetik
Year: 2010
Type: dissertation
Abstract: Die Dissertation untersucht die ästhetische Bedingtheit und Verfasstheit eines bestimmten Mediums: des Event. Ästhetik wird als Prozess der sinnlichen Wahrnehmung und Aufmerksamkeitslenkung des psychophysischen Systems Mensch (Leib) verstanden, der symbolvermittelt auch (und gerade bei Events) außersprachlich vor sich geht. Event wird eine Veranstaltung genannt, die, vornehmlich in der Unternehmenskommunikation eingesetzt, den Nimbus des Außergewöhnlichen und Einzigartigen im Kontext der so genannten Erlebnisgesellschaft oder Aufmerksamkeitsökonomie behauptet. Mit der Untersuchung wird ein erster Einstieg in diesen bisher für Event wenig beachteten Forschungsbereich unternommen; grundlegend werden Begriffe ausgewiesen und der Rahmen bestimmt. Event wird in der Praxis – aber auch in der Theorie (die bisher vornehmlich auf wirtschafts- und betriebwissenschaftlichem wie soziologischem Fachgebiet erarbeitet wurde) – hauptsächlich als eine Form von Theater verstanden. Die Arbeit weist auf die grundlegendere Form des Festes hin, die eine dem wechselseitigen Steuerungsprozess wie dem Symbolgeschehen angemessene Betrachtung dessen, was auf einem Event vorgeht, erlaubt. Theater ist so ein Teil des umfassenderen Festverlaufs. Unter dem Rubrum Fest werden weitere Begriffe ein- und Bestimmungen durchgeführt: die Rollen von Gast und Gastgeber, das Schuldverhältnis derselben, Rituale, der Spielcharakter und dessen Kehrseite, die Langeweile so wie das spezifische ästhetische Geschehen werden betrachtet. Das Fest wird als präsentisch und atmosphärisch bestimmt, beides ein Ausweis ästhetischer Kommunikation und Medien. Dabei werden die Zeichenkomplexe des Fest- und damit Eventgeschehens weiter ausdifferenziert. Die Unterhaltungsdramaturgie von Events wird in Formen und Themen ausgewiesen. Das Gelingen eines Festes als medialer Kommunikation wird von erster Sympathie abhängen als einer basalen Gestimmtheit, die, im Zusammenhang mit Resonanz gesehen, Steuerung und damit Wirkung zulässt und so ermöglicht. Abschließend wird der Praxis ein theoriegeleiteter Vorschlag zur Erfassung von Wirkung gemacht, der auf dem zuvor Ausgeführten basiert: es geht um Qualität als Ausweis des Ästhetischen und um mediale Bedingtheit von Event als Kommunikationsinstrument. In Anlehnung an den Uses-and-Gratifications-Ansatz der Kommunikationswissenschaft wird der Bedarf von Eventteilnehmern erörtert. Aus diesem heraus wird eine Matrix möglicher Wirkungscluster mitsamt deren Begründungsinstanzen erarbeitet. Die Dissertation versteht sich als erste Ausdifferenzierung des medialen Phänomens Event unter Aspekten von Wirkungsästhetik für dessen zeichenvermittelte Interaktion und Inszenierung. Die Dissertation weist Ansätze aus, die im Rahmen der medienwissenschaftlichen Forschung weiter auszudifferenzieren wären.
Source: DepositOnce
Author: Wünsch, Ulrich
Language: German
Subfield: Visual Arts and Performing Arts
Field: Arts and Humanities
Domain: Social Sciences
Open Access status: green
OpenAlex ID: W2321263358
