Year: 2005
Type: article
Abstract: Das gesamte 20.Jahrhundert konfrontierte China mit der Aufgabe, seine innere Ordnung und seinen Platz in der Welt neu zu bestimmen.Dass beide Aspekte dieser Aufgabe innerlich zusammenhängen, wird schon darin deutlich, dass am Anfang und Ende des Jahrhunderts völkerrechtliche Verträge stehen, die China veranlaßten oder verpflichten, seine innere Ordnung und sein Rechtssystem in einer Weise zu verändern, "to bring it into accord with that of Western nations", wie die Notwendigkeit der Modernisierung im britischchinesischen Handelsvertrag von 1902 ausgedrückt wurde. 2 Hundert Jahre später enthält nicht nur das WTO-Beitrittsprotokoll vom Dezember 2001 die chinesische Verpflichtung, das eigene Rechtssystem den von der WTO gesetzten Standards anzupassen, es sind auch die UN-Menschenrechtskonventionen, insbesondere der Zivilpakt 3 , die auf Veränderungen im chinesischen Recht drängen.In der Folge des 1902er Vertrags kam es zu legislatorisch großartigen Schöpfungen, so dass Anfang der 1930er Jahre ein Zivil-, Straf-und Prozessrecht umfassendes Gesetzgebungswerk nach kontinentaleuropäischem Muster vorlag, das System der sog."Sechs Kodices".Dieses repräsentierte keineswegs ein plumpes Abschreiben japanischer und deutscher Texte, sondern das Bestreben, die als notwendig empfundenen Modernisierungsschritte mit erhaltenswerten Elementen der überlieferten Sozialkultur 1 Es handelt sich um die überarbeitete Fassung eines Vortrags, der im Rahmen einer vom 25.-27.2.2005 in der Evangelischen Akademie Loccum durchgeführten Konferenz über "Reformen und institutioneller Wandel in der VRChina" gehalten wurde.
Source: Verfassung in Recht und Übersee
Author: Robert Heuser
Language: German
Subfield: Law
Field: Social Sciences
Domain: Social Sciences
Open Access status: bronze
OpenAlex ID: W2395745845
