Die Darfur-Krise im Sudan und das Völkerrecht: Eine Herausforderung für die Vereinten Nationen (UN) und den Internationalen Strafgerichtshof (ICC)
Year: 2007
Type: article
Abstract: Am 9. Januar 2005 wurde in der kenianischen Hauptstadt Nairobi das Comprehensive Peace Agreement (CPA) durch den damaligen 1. Vizepräsidenten der Republik Sudan, þAlÍ þUÝmÁn Mu½ammad Óaha, und den inzwischen verstorbenen Vorsitzenden der Sudanese People's Liberation Movement (SPLM), Dr. John Garang de Mabior † , unterzeichnet.Damit wurde der bisher maßgebliche Nord-Süd-Bürgerkrieg in formeller Hinsicht beendet.Entgegen der Bezeichnung als Comprehensive Peace Agreement hat die Friedensvereinbarung bisher jedoch weder de facto noch de jure die Gestalt eines umfassenden, gesamtsudanesischen Abkommens angenommen.Ohne die überaus positive Errungenschaft im Friedensprozess zwischen der Government of Sudan (GoS) und der SPLM zu schmälern, ist festzustellen, dass die Interessen weiterer Volksgruppen, unter anderem in den weitgehend marginalisierten östlichen und westlichen Regionen des größten Flächenstaates Afrikas, bislang nicht adäquat implementiert wurden.Bewaffnete Auseinandersetzungen in unterschiedlichster Intensität zu Lasten der Zivilbevölkerung flackern immer wieder auf.Diese Zentrum-Peripheriekonflikte mit teilweise wechselnden Allianzen werden daher auch als "chronische humanitäre und politische Krise mit multidimensionaler Konfliktlage" be- * Dieser Artikel ist eine mehrfach überarbeitete und aktualisierte Fassung eines von dem Verfasser am 12. Januar 2006 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hannover gehaltenen Vortrags im Rahmen der Veranstaltung "Die Reform der Vereinten Nationen -Bilanz und Perspektiven: Rolle und Funktionen der Vereinten Nationen bei der Abwehr neuer Gefährdungslagen".Auch dieser Beitrag kann wegen der besonderen Eigendynamik der Entwicklungen im Sudan nur als eine aktuelle Bestandsaufnahme verstanden werden (Vgl.Hatem Elliesie, Friedensprozess und Verfassungsentwicklung im Sudan, VRÜ 38 (2005), S. 276, 277 (Fn.5)).In zeitlicher Hinsicht wird darauf hingewiesen, dass die Unterzeichnung des Eastern Sudan Peace Agreements (ESPA) in Asmara (Ausführlich dazu ¼addas Erətra, Ausgabe vom 14.Oktober 2006,
Source: Verfassung in Recht und Übersee
Author: Hatem Elliesie
Language: German
Field: Social Sciences
Domain: Social Sciences
Open Access status: bronze
OpenAlex ID: W2400808673
