Zu Fridolin Lindauer
Year: 2010
Type: article
Abstract: Unter der Liste der Persönlichkeiten, die E. Egli anlässlich der Vorbereitung der Erläuterungen zur Zwingli-Korrespondenz als unbekannt oder weiterer Aufklärung bedürftig in Bd.I der Zwingliana S. 456 zusammenstellte, befindet sich auch Fridolin Lindauer, der Prediger in Bremgarten um die Zeit der ersten Zürcher Disputation.Er wurde zu dieser erwartet, erschien aber nicht, predigte dann im August 1524 in Baden gegen das Evangelium, so dass Zwingli in offenem, gedrucktem Briefe vom 20.Oktober gegen ihn aufzutreten für nötig hielt (abgedruckt in der neuen Zwingli-Ausgabe Bd.VIII Nr. 348).Aus Bullingers Diarium (hg.von Egli S. 16) hören wir noch, dass der junge Bullinger in Kappel 1523/28 seine 124 axiomata adversus Fridolinum Lindoverum verfasste; sie sind nicht mehr erhalten.Eine Notiz über Lindauer von Wirz-Kirchhofer (Helvetische Kirchengeschichte Bd.V S. 255 f.), die Egli nicht heranzog, führt ein wenig weiter.Zürich habe, so heisst es hier, auf Grund der scheltenden Predigten Lindauers ihn nach Zürich zum Gespräch mit Zwingli eingeladen."Vor dem Rate in Bremgarten bezeugte der Pfarrer, dass er solche Reden nie geführt habe, weder auf der Kanzel noch sonst.Die Einladung lehnte er ab, aus Furcht, parteiische Richter zu finden.Sollte die Sache, wie man Hoffnung habe, in kurzem anderswo behandelt werden, so wolle er mit Erlaubnis des Bischofes und seiner Herren der Eidgenossen sich einfinden."In der Anmerkung wird verwiesen auf ein Schreiben des Rates von Bremgarten an Zürich Samstag vor Martini (7.November).Dieses Schreiben befindet sich im Zürcher Staatsarchiv E II 10. 1 und gelangt im folgenden zum Abdruck.Die Inhaltsangabe von Wirz-Kirchhofer ist richtig.Vielleicht wird man ein wenig zwischen den Zeilen lesen dürfen bezüglich der von Lindauer in Aussicht gestellten Disputation.Es hat doch den Anschein, als wenn Lindauer nicht einen rein persönlichen Gedanken wiedergebe, vielmehr seine Hintermänner im katholischen Lager habe, vermutlich den Chorherren Hofmann und Genossen.Denn was Hofmann (vgl.Egli: schweizerische Reformationsgeschichte IUI) am 28.Dezember fordert, eine Disputation, zu der er und Zwingli je vier Männer stellen würden, aber vor Bischöfen oder hohen Schulen
Source: Zwingliana
DOI: 10.69871/229x1v50
Author: Walther Köhler
Language: German
Subfield: History
Field: Arts and Humanities
Domain: Social Sciences
Open Access status: hybrid
OpenAlex ID: W2556429759
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