Entwicklungspolitik zwischen Markt und Staat
Year: 2005
Type: dissertation
Abstract: Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass zivilgesellschaftliche Organisationen bedeutende Innovations- und Entwicklungsleistungen hervorbringen und ihre Arbeit als Themenanwälte und Dienstleister von hoher Bedeutung für die Überwindung von sozialer, wirtschaftlicher und politischer Marginalität ist. Staat und Markt können die entscheidenden Herausforderungen von Globalisierungs- bzw. Entgrenzungsprozessen, nämlich die Bekämpfung und Überwindung von Marginalität und die natur-, sozial- und kulturverträgliche Gestaltung von Veränderungsprozessen, alleine nicht bewältigen, sondern sind auf ein günstiges Zusammenwirken mit Akteuren der zivilgesellschaftlichen Sphäre angewiesen. Zivilgesellschaftliche Akteure können einen wesentlichen Beitrag zum infrastrukturellen, sozialen und politischen Wiederaufbau, zur politischen Konsolidierung und zu inclusive governance in Krisenstaaten leisten. Allerdings befinden sich zivilgesellschaftliche Akteure ihrerseits in komplizierten Abhängigkeitsgeflechten. Es können sich besonders bei hoher internationaler Anerkennung ihrer Arbeit leicht ambivalente Dynami-ken wie ein Expansionssog und ein Professionalisierungsdilemma einstellen, die dazu führen, dass ihr Bedeutungsaufschwung als Dienstleister einen abnehmenden Grenznutzen aufweist, weil ihre Arbeitsweise jenseits des Innovationsmoments rasch sowohl zum »funktionalen Dilettantismus« als auch zum »dilettantischen Funktionalismus« tendieren kann.
Author: Kuhn, Berthold M.
Language: German
Subfield: Development
Field: Social Sciences
Domain: Social Sciences
Open Access status: green
OpenAlex ID: W2581987792
