Year: 2016
Type: article
Abstract: Vom sprachtheoretischen, der generativen Linguistik verpflichteten Konzept der Kontrolle (engl. control) ausgehend, wo Infinitiven die tiefenstrukturelle semantische Rolle des Subjekts zugewiesen wird, ohne dass sie syntaktisch besetzbar ist, wird in dem Aufsatz postuliert, auch eine Tempuskontrolle (tense control) anzusetzen, die für eine Korreferenz zwischen den jeweiligen grammatischen Tempusformen und dem realen Zeitbezug verantwortlich ist. An Korpusbelegen wurde gezeigt, dass von der so angesetzten hypothetischen Tempuskontrolle vorzugsweise das Polnische Gebrauch macht, was insofern einleuchtet, als das Deutsche dank des Reichtums an Tempusformen ohne diesen Zusatzmechanismus auskommen kann. Auf die Tempuskontrolle kann im Deutschen lediglich dort geschlossen werden, wo Indikativ und Konjunktiv aufeinander treffen, also in erster Linie in der indirekten Rede und in den hypothetischen Komparativsatzgefügen.
Source: Colloquia Germanica Stetinensia
Author: Witold Sadziński
Institution: University of Łódź
Language: English
Subfield: Language and Linguistics
Field: Arts and Humanities
Domain: Social Sciences
Open Access status: diamond
OpenAlex ID: W2588452244
