Year: 1998
Type: article
Abstract: Eine Herausforderung für die Geschlechterordnung und Gesellschaftspolitik in Israel Vorbemerkung: Die Frauen in Schwarz haben 1993 ihre wöchentlichen Demonstrationen eingestellt, als das Abkommen von Oslo unterzeichnet wurde.Es war eine Zeit, in der neue Hoffnungen für den Friedensprozeß auftauchten und in der die offizielle Politik der Regierung Rabins im allgemeinen Unterstützung fand.Im Laufe des Jahres 1994 wurde der Ruf nach einer Wiederaufnahme der Mahnwache laut: sie solle so lange bestehen bleiben, wie noch palästinensische Gebiete besetzt wären.Die Frauen in Jerusalem setzten ab März 1994 im Rahmen des Netzwerkes "Frauen für den Frieden" in der damals entstehenden Gruppe Bat-Shalom (Hebr."die Tochter des Friedens", eine Nichtregierungsorganisation) ihre Tätigkeit fort.Die Mahnwache wurde dann ab September 1996 wieder aufgenommen, im Anschluß an die blutigen Straßenkrawalle, die durch die Eröffnung des Tunnels in Jerusalem und andere Provokationen der neu gewählten Regierung ausgelöst worden waren.Im letzten Jahr lösten die mörderischen Ereignisse in Jerusalem und in den besetzten Gebieten, der fortdauernde Krieg im Libanon und die Politik Netanjahus insgesamt in Israel eine Welle von Friedensprotesten aus.Neben den Aktivitäten von "Frieden Jetzt", der ältesten und größten (gemischtgeschlechtlichen) Friedensbewegung in Israel, entstanden im ganzen Land spontan Frauenbewegungen (die sich zumeist als "Frauen und Mütter für den Frieden" bezeichneten), die die Regierung aufforderten, den Friedensprozeß fortzusetzen.Die Frauen in Schwarz waren und sind immer noch die radikalste Friedensbewegung in Israel, die regelmäßig in der Öffentlichkeit präsent ist. 1. Frauen in Schwarz in Jerusalem: Der Platz, die Frauen und das Publikum Mit einer kleinen Gruppe von Frauen fing im Januar 1988 (einen Monat nach Ausbruch der Intifadah) die Bewegung der Frauen in Schwarz an, die sechs Jahre lang bestand und sich offiziell im Juni 1993 auflöste.Die wichtigste und einzige Aktivität der Bewegung bestand im wöchentlichen Demonstrationen, die jeden Freitag zwischen ein und zwei Uhr mittags an bestimmten Plätzen in ganz Israel stattfanden.Ziel der Bewegung war der Protest gegen die israeli-Feminisäsche Studien 1/98
Source: Feministische Studien
DOI: 10.1515/fs-1998-0103
Authors: Sara Helman, Tamar Rapoport
Language: German
Topic: Gender and Feminist Studies
Subfield: Gender Studies
Field: Social Sciences
Domain: Social Sciences
Open Access status: bronze
OpenAlex ID: W2595042478
