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Naturwissenschaft und Krieg. Eine feministische Betrachtung

Year: 1985
Type: article
Abstract: Eine feministische Betrachtung 1. Von Kanonenkugeln zu Wassertropfen Die klassische Physik wurde um 1600 geboren, in der Zeit, in der Frauen als Hexen verbrannt wurden und sich die "strenge" Wissenschaft vom Naturmystizismus trennte.Während jenes Jahrhunderts wandelte sich die Wissenschaft von der angewandten Theologie zu einem Werkzeug des aufkommenden Industrialismus.Die neue Physik wurde plötzlich zu einem Zweig der Mathematik, und der mit ihren faszinierenden aber mächtigen Symbolen arbeitende Wissenschaftler lernte das Gefühl religiöser Begeisterung kennen, deren Spuren man noch in einem modernen Lehrbuch der analytischen Mechanik 1 finden kann, das Faust zitiert, wie er auf das Zeichen des Makrokosmos schaut: " War es ein Gott, der diese Zeichen schrieb.Die mir das innre Toben stillen, Das arme Herz mit Freude Julien Und mit geheimnisvollem Trieb Die Kräfte der Natur rings um mich her enthüllen?"(Faust I, 1. Szene).Dieser ernsthafte, fromme Geist der Wissenschaft steht in seltsamem Gegensatz zu dem eher profanen Ursprung der Mechanik.In seinem Abriß der Geschichte der Physik, The Extension of Man, bemerkte der bekannte englische marxistische Denker J. D. Bemal: "Den eigentlichen Ursprung der modernen Dynamik fand man in der Kanonenkugel."Und indem er Robert Boyle zitiert, einen Wissenschaftler des 17.Jahrhunderts, sagt er außerdem: "Die Kanonenkugel hat mehr Getöse in der Philosophie als im Krieg verursacht." 2 Um den Ursprung dieser Verbindung zwischen Wissenschaft und Krieg zu verstehen und zu begreifen, warum diese destruktive Seite der Wissenschaft nicht im Widerspruch steht zur "Reinheit" und "Schönheit" der wissenschaftlichen Forschung, sollte man sich einmal ansehen, auf welche Weise die Kanonenkugel die aristotelische Tradition in der neuen Physik fortsetzte.Die alte geozentrische Betrachtungsweise des Aristoteles war als Mehrdeutigkeit verborgen in den anthropozentrischen Ursprüngen und Definitionen der Newtonschen Begriffe von Trägheit, Masse und Kraft, die viel später von Ernst Mach und
Author: Eva Isaksson
Language: German
Open Access status: bronze
OpenAlex ID: W2597215412
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