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Was ist 'Aktivierung' in der Arbeitsmarktpolitik?

Year: 2007
Type: article
Abstract: Obwohl viele ihrer Instrumente nicht gänzlich neu sind, markiert die aktivierende Arbeitsmarktpolitik eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Arbeitsmarktund Sozialpolitik.Sie besteht im Kern in einer Fokussierung auf das individuelle Verhalten der Arbeitslosen (Bartelheimer 2005, S. 55f.; Dingeldey 2005, S. 6).Arbeitslosigkeit wird als Folge individueller Verhaltensdefizite interpretiert.Entsprechend ist es das Ziel der Arbeitsmarktpolitik, durch "verhaltensstützende und -beeinflussende Maßnahmen" (Hartz et al. 2002) eine Verhaltensänderung herbeizuführen und "erwünschtes" Verhalten herzustellen (Dingeldey 2005, S. 22f.).Die Verantwortung für das persönliche Arbeitsmarktschicksal (und damit letztlich für die gesellschaftliche Misere der Arbeitslosigkeit) wird auf diese Weise individualisiert, womit die Arbeitsmarktpolitik entlastet wird (Brütt 2003, S. 650).Vor dem Hintergrund, dass der erhoffte Effekt der aktivierenden Arbeitsmarktpolitik bislang weitgehend ausgeblieben ist (Bundesregierung 2006), sind Zweifel an den Grundprämissen der Aktivierungspolitik angebracht.So wird unterstellt, dass das Problem der Arbeitslosigkeit vor allem auf die mangelnde Motivation und Bereitschaft der Arbeitslosen zurückzuführen sei.Dabei wird ausgeblendet, dass eine wichtige Ursache auch in der fehlenden gesamtwirtschaftlichen Nachfrage nach Arbeitskräften liegt und somit struktureller Natur ist (Trube 2003, S. 302).Dennoch gilt es, das Aktivierungsparadigma ernst zu nehmen.Denn für die Betroffenen ist es gerade aufgrund seiner fragwürdigen Grundprämissen folgenreich.Ziel dieses Beitrags ist es, die Frage "Was ist Aktivierung?"durch den Blick auf
Language: German
Subfield: Safety Research
Open Access status: bronze
OpenAlex ID: W2806818179
FWCI: 0.913
Cites: 7
Cited by: 18
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