Year: 2018
Type: dissertation
Abstract: Die wachsende Popularität von Fahrsimulationen in Forschung und Praxis rückt auch die Interaktion von Mensch und Maschine in den Fokus (Rizzo, Sheffield, Stierman & Dawson, 2003). Zentral ist dabei die Untersuchung potentieller negativer Nebeneffekte wie Simulator Sickness (Biernacki & Dziuda, 2014; Brucks & Watters, 2009), was Symptome von Übelkeit, Okulomotorik oder Desorientierung umfasst. Die Untersuchung psychologischer Korrelate von Simulator Sickness ist unterrepräsentiert (Milleville-Pennel & Charron, 2015). Die vorliegende Dissertation beschäftigt sich aus diesem Grund mit der Forschungsfrage, welche Human Factors mit dem Erleben von Simulator Sickness in Fahrsimulations-umgebungen verbunden sind. Um dieser Fragestellung nachzugehen, wurden drei Untersuchungen durchgeführt. Die erste Untersuchung widmete sich der Beziehung zwischen aktuell erlebten physischen sowie psychischen Beschwerden und der Ausprägung von Simulator Sickness nach einer Fahrsimulationsexposition. Statistische Analysen ergaben, dass physische Beschwerden kein signifikanter Prädiktor für das Erleben von Simulator Sickness waren, psychische Beschwerden hingegen schon. Die zweite Untersuchung widmete sich der Beziehung zwischen visueller Aufmerksamkeitsleistung und dem Erleben von Simulator Sickness. Es konnten keine signifikante Beziehung zwischen visueller Aufmerksamkeitsleistung und den Skalen des Simulator Sickness Questionnaires aufgezeigt werden. Die dritte Untersuchung widmete sich zwei Fragestellungen: Zum einen sollte herausgefunden werden, welche Fahrertypen anhand verschiedener Human Factors ermittelt werden können, zum anderen sollte untersucht werden, ob sich die Fahrertypen (im Sinne von Merkmalskombinationen verschiedener Human Factors) in ihrem Erleben von Simulator Sickness unterscheiden. Es konnten vier Fahrertypen identifiziert werden (ängstlich, leichtsinnig, vorsichtig und aggressiv), welche sich hinsichtlich des Erlebens von Simulator Sickness nicht signifikant unterschieden. Die durchgeführten Untersuchungen sind limitiert durch die Nutzung jeweils einer Simulationsaufgabe. Künftige Forschung sollte Schwierigkeitsgrade der Aufgaben variieren und experimentelle Designs nutzen. Die Untersuchungen unterstreichen allerdings die Relevanz der Erforschung der Beziehung von Human Factors und Simulator Sickness, welche noch zahlreiche Forschungslücken aufweist.
Author: Anne Hösch
Language: German
Subfield: Human-Computer Interaction
Field: Computer Science
Domain: Physical Sciences
Open Access status: green
OpenAlex ID: W2977309385
