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Die Architektur des Psychischen : eine begrifflich-konzeptuelle Grundlegung der Psychologie und ihres Gegenstandes

Year: 2015
Type: book
Abstract: der menschlichen Kognition beschäftigen, unter Etiketten wie "kognitive Neurowissenschaften" oder "Verhaltensneurobiologie" in die Biologie bzw.Medizin verlagert (Birbaumer, 2003).Gleichzeitig wird beklagt, dass es immer mehr Lehrstühle in der (biologischen) Psychologie gibt, die mit Nicht-Psychologen aus vor allem der Biologie besetzt werden (Jäncke & Petermann, 2010).Die Allgemeine Psychologie (und damit auch die kognitive Psychologie) ist innerhalb des Faches stark mit der biologischen Psychologie verschmolzen, sodass viele kognitionspsychologische Theorien und Modelle zunehmend durch neurowissenschaftliche Daten erweitert, wenn nicht (zumindest vermeintlich) sogar ersetzt werden.Aber auch in allen anderen Teildisziplinen der Psychologie lassen sich starke Einflüsse aus den Neurowissenschaften ausfindig machen.So gibt es auch in der Entwicklungspsychologie eine Dynamik in Richtung einer stärkeren Fokussierung auf eine Entwicklungsneuropsychologie (vgl.z.B.Kaufmann, 2007), die Etablierung einer Psychoneuroimmunologie sowie Psychoneuroendokrinologie (vgl.z.B.Schedlowski & Tewes, 1996; Ehlert & von Känel, 2011) und selbst in der pädagogischen Psychologie finden sich zunehmend Ansätze, die eine Anbindung an die neurobiologische Grundlagenforschung suchen (z.B. die Textsammlung von Herrmann, 2009: Neuro-Didaktik).Die Psychologische Rundschau als Organ der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) hat im Jahr 2010 ein Themenheft hierzu unter dem Titel "Wie viel Biologie braucht die Psychologie?"veröffentlicht, was die aktuelle Brisanz dieses Themas in der Psychologie unterstreicht.Die Autoren sind unterschiedlich stark über die oben skizzierten Zusammenhänge besorgt.Mancher nimmt bereits Auflösungserscheinungen des ganzen Faches wahr.Mancher sieht den aktuellen Entwicklungen eher gelassen entgegen und setzt auf eine Entlarvung der Schwemme an neuronal begründeten Pseudo-Erklärungen psychologischer Forschungs-gewisse Erweiterung oder zumindest eine Anreicherung dieses Gedankens vorgenommen hat: Nach Ansicht Nagels würde eine naturwissenschaftliche (physikalistische) Theorie des Geistes, egal wie ausgeklügelt sie formuliert oder wie weit die technische und methodische Entwicklung weiterverlaufen mag, zwangsläufig immer einen ganz entscheidenden Aspekt auslassen müssen: das subjektive Erleben.So wirft Nagel (1974/ 1997) in seinem berühmt gewordenen und ebenso betitelten Aufsatz die Frage auf: Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?Ein naturwissenschaftlicher Ansatz könne zwar darauf verweisen, dass die Tiere aufgrund ihres wissenschaftlich untersuchbaren Körperbaus offenbar über eine Art Radar-oder Echolot-Ortung verfügen, mit der sie sich orientieren 5 .Da wir Menschen aber nicht über ein solches Sinnessystem verfügen, sei uns prinzipiell verschlossen, jemals zu erfahren, wie es -aus der Perspektive der Fledermaus -ist, eine Fledermaus zu sein.Auch eine noch so genaue naturwissenschaftliche Untersuchung der physischen Struktur des Echolot-Systems würde an dieser Situation nichts ändern.Daraus schlussfolgert Nagel, dass alle naturwissenschaftlichen Theorien des (menschlichen) Geistes letztendlich unzureichend sein müssen, da sie dem subjektiven Charakter unseres Erlebens nicht Rechnung tragen könnten.Während Dinge wie ein Blitz oder eine Wolke neben ihrer subjektiven Erscheinungsweise in unserem Bewusstsein auch eine objektive Natur haben (so besteht ein Blitz aus elektrischen Entladungen oder eine Wolke aus einer Masse winziger suspendierender Teilchen), die auch andere -5 Sie registrieren dabei das von Objekten in ihrer Reichweite zurückgeworfene Echo ihrer rasch ausgestoßenen und einer starken Modulation unterworfenen Hochfrequenzschreie. Mittels der so gewonnenen Informationen sind Fledermäuse dazu befähigt, Unterscheidungen von
Language: German
Field: Psychology
Open Access status: bronze
OpenAlex ID: W2989062265
FWCI: 0.482
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