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Religion und gesellschaftliche Differenzierung: Sozialhistorische Analysen zur Emergenz der europäischen Moderne

Year: 2020
Type: article
Abstract: Zusammenfassung Das Ziel des vorliegenden Aufsatzes besteht darin zu prüfen, inwieweit die soziologische Differenzierungstheorie das Potential besitzt, den Beitrag der Religion zur Herausbildung der europäischen Moderne verständlich zu machen. Um die Frage nach dem religiösen Einfluss auf die Entstehung der modernen Welt differenzierungstheoretisch behandeln zu können, ist es zunächst erforderlich, das gebrauchte theoretische Instrumentarium zu erläutern. Es muss dargelegt werden, worin die wesentlichen Aussagen der Differenzierungstheorie bestehen, und es ist notwendig anzugeben, welcher Begriff von Moderne vorausgesetzt wird. Daraufhin erfolgt die historische Analyse. Methodologisch stellt der Text insofern eine Verbindung zwischen problemorientierten theoretischen Grundsatzüberlegungen und historisch-hermeneutischen Interpretationen dar. Als Resultat der Untersuchung können wir feststellen, dass sich am Ende des 18. Jahrhunderts die Umrisse einer sich neu herausbildenden Gesellschaftsformation erkennen lassen: einer funktional differenzierten Gesellschaft. Sowohl auf der sozialstrukturellen Ebene als auch auf der Ebene des Diskurses sind zu diesem Zeitpunkt die Prozesse einer Differenzierung unterschiedlicher Wert- und Gesellschaftssphären weit vorangeschritten. Ging die römische Kirche im Hochmittelalter in der Behauptung einer sozial unableitbaren theologischen Eigenrationalität der Entstehung von Differenzierungsformen voran, so bildeten sich in jahrhundertelangen gegenläufigen Prozessen zum Ausgang des 18. Jahrhunderts die Weichen für die Emergenz der europäischen Moderne heraus.
Language: German
Open Access status: hybrid
Estimated APC paid: $2,760
OpenAlex ID: W3021987105
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Cites: 107
Cited by: 23
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