Year: 2020
Type: article
Abstract: Der Psychologe Edgar Cabanas und die Soziologin Eva Illouz präsentieren in ihrem Buch eine umfassende Kritik an der von positiven Psychologen und Ökonomen dominierten Glücksforschung.Die Autoren kritisieren, dass die Glücksforschung Menschen zu gehorsamen "Psychobürgern" (S. 136) formt, indem sie das, was der Neoliberalismus als wünschenswert erachtet, als gültige Tatsachen behandelt.Zugleich ermögliche sie einer zunehmend technokratischen Politik, moralische und ideologische Problematiken "objektiv" anhand ihres Nutzens für das Glück zu beurteilen.Die Glücksforschung wird von den Autoren als ideologisch, ethnozentrisch und paternalistisch kritisiert.Sie ignoriere die historischen, sozialen und kulturellen Umstände, die Verteilung von Glück in der Gesellschaft und die Machtgefüge, in die es eingebettet ist.Große Teile der Glücksforschung werden von den Autoren als banal oder "gesunder Menschenverstand in psychologischem Jargon" (S. 206) zusammengefasst.Sie beruhten auf Vereinfachung, teils tautologischen, teils widersprüchlichen Grundannahmen und zeigten methodologische Schwächen.Die enge Verbindung von Glücksforschung und nicht wissenschaftlichen Akteuren trage zu einer Ausbreitung der Anforderungen und Konsequenzen des modernen individualistischen Glücksverständnisses in allen Lebensbereichen bei.Der so vermittelte Zwang zur permanenten Selbstoptimierung produziere eine eigene Form des Leids.
Author: Leonie C. Steckermeier
Institution: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Language: German
Subfield: Social Psychology
Field: Psychology
Domain: Social Sciences
Open Access status: hybrid
Estimated APC paid: $2,760
OpenAlex ID: W3043335514
