Verbrecherbilder. Fotoporträts der Polizei und Physiognomisierung des Kriminellen.
Year: 1992
Type: article
Abstract: Die Fotografie, die im Polizeiwesen von verdächtigten oder einer Straftat angeklagten Personen angefertigt wird, ist eine besondere Form der menschlichen Abbildung, die sich historisch in spezifischer Weise und in Abgrenzung zur gewohnlichen Atelierfotografie entwickelt hat. Die Entstehung visueller Muster, die in eindeutiger Weise die von der Gesellschaft ausgeschlossenen Individuen bezeichnen sollen, ist nur im Zusammenhang mit dem Kontext zu verstehen, der die Bilder erst zu Bedeutungsträgern macht. Allerdings ist die Polizeifotografie mehr als ein Symbol für den besonderen Blick auf den Kriminellen. Zu einem Verbrecherbild wird die Fotografie innerhalb eines kriminologischen Diskurses, dem eine Theorie des Zusammenhanges von Physiognomie und Seele zugrunde liegt. Der Beitrag ist als eine Kritik an der visuellen und symbolischen Darstellung der Dichotomisierung von Normal und Anormal zu verstehen.
Source: Ethnologia Europaea
DOI: 10.16995/ee.1196
Author: Susanne Regener
Institution: University of Siegen
Language: German
Subfield: Sociology and Political Science
Field: Social Sciences
Domain: Social Sciences
Open Access status: hybrid
OpenAlex ID: W3094112116
