Von performativen Äußerungen zum Performative Turn. Performativitätstheorien zwischen Sprach- und Medienparadigma
Year: 2020
Type: article
Abstract: Zusammenfassung Der Begriff der Performativität hat in den Sozial- und Kulturwissenschaften der letzten Jahre eine beachtliche Karriere aufzuweisen, bleibt aber inhaltlich oftmals unbestimmt. Gleiches gilt für den proklamierten Performative Turn. Ausgehend von aktuellen Debatten um das Performativitätskonzept, wie sie etwa im Anschluss an die Schriften von Karen Barad und Michel Callon geführt werden, sollen diese Diskussionen im Beitrag genauer sortiert und einer kritischen Reflexion unterzogen werden. Er beginnt zunächst mit einer Rekonstruktion der Sprechakttheorie von John Austin und der kulturwissenschaftlichen Aneignung des Begriffs der Performativität, bevor er sich anschließend eingehender der soziologischen Theorie zuwendet. Im Fokus stehen hierbei Pierre Bourdieu und Judith Butler, die als Gegenpositionen zu Barad und Callon begriffen werden können. Um die Differenz dieser beiden Varianten des Performative Turns genauer zu fassen, wird schließlich mithilfe neuerer Medientheorien zwischen zwei maßgeblichen Theoriemodellen unterschieden: einem sprachtheoretischen und einem medientheoretischen. Dadurch ist es möglich, Missverständnisse und Ungenauigkeiten in der bisherigen Auseinandersetzung aufzudecken und den Innovationsgehalt sowie die Schwachstellen der unterschiedlichen Positionen genauer abzuschätzen.
Source: Berliner Journal für Soziologie
Author: Lars Gertenbach
Institution: University of Kassel
Language: German
Subfield: Sociology and Political Science
Field: Social Sciences
Domain: Social Sciences
Open Access status: hybrid
Estimated APC paid: $2,760
Funder: Universität Kassel
OpenAlex ID: W3113339809
