Year: 1985
Type: article
Abstract: earl Schmttt ist mehr als ein NS-Kollaborateur In fast allen Nachrufen' zum Tode von Carl Schmitt am 7.4.1985 geht es um die Frage: In welchem Umfang war Carl Schmitt ein Wegbereiter des Nationalsozialismus und in welchem Maße hat er sich im NS-Regime engagiert?Für diese verkürzte Fragestellung gibt es Gründe.Am Beispiel Carl Schmitt wird stellvertretend das lange Zeit verdrängte Thema »Recht und Nationalsozialismus« diskutiert.Carl Schmitt wurde zum Sündenbock.Daran war er selbst nicht unschuldig.Es gibt von keinem anderen Juristen aus der NS-Zeit so einprägsame und so skandalöse Sätze wie von ihm.Das gilt nicht nur für die bekannt-berüchtigte Rechtfertigung machtstaatlicher Morde im Sommer 1934 durch den Satz »Der Führer schützt das Recht«!Das gilt auch für die Rede vom 4.10.1936 "Die deutsche Rechtswissenschaft im Kampf gegen den jüdischen Geist« mit der Forderung nach einem »wissenschaftlichen« Judenstern: »Ein jüdischer Autor hat für uns keine Autorität, auch keine ,rein wissenschaftliche< Autorität . . . .Ein jüdischer Autor ist für uns, wenn er überhaupt zitiert wird, ein jüdischer Autor.Die Beifügung des Wortes und der Bezeichnung ,jüdisch< ist keine Äußerlichkeit, sondern etwas Wesentliches, weil wir ja nicht verhindern können.daß sich der jüdische Autor der deutschen Sprache bedient.«)Das Thema Carl Schmitt und der Nationalsozialismus 4 ist auch deshalb nicht beendet worden, weil Carl Schmitt nie öffentlich von seiner unbestreitbaren geistigen Mittäterschaft abgerückt ist.Statt dessen hat er versucht, sich zu rechtfertigen.Er
Source: KJ / Kritische Justiz
Author: Jürgen Seifert
Language: German
Subfield: Sociology and Political Science
Field: Social Sciences
Domain: Social Sciences
Open Access status: bronze
OpenAlex ID: W3162260722
