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Früherkennung und Prävention von Angststörungen bei Patienten mit implantierbarem Kardioverter-Defibrillator (ICD)

Year: 2005
Type: dissertation
Study design: Clinical Trial
Abstract: Hintergrund: Der implantierbare Kardioverter-Defibrillator (ICD) stellt bei der Pravention von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstorungen die Therapie der Wahl dar. ICD-Patienten berichten jedoch uberdurchschnittlich haufig von Angsten und einer eingeschrankten Lebensqualitat. Ziel: In dieser Studie wurde ein speziell fur ICD-Patienten entwickeltes Praventionsprogramm gegen Angste evaluiert. Dieses beinhaltet zum einen gedruckte Informationen daruber, wie Angste fruhzeitig erkannt werden konnen und welche Hilfsmoglichkeiten es gibt. Zum anderen bietet es Patienten die Moglichkeit, einem telefonischen Ansprechpartner (Dipl.-Psych.) Fragen zum ICD zu stellen und uber psychische Belastungen und Moglichkeiten zu deren Linderung zu sprechen. Gleichzeitig wurde in dieser Studie die Moglichkeit untersucht, die Angste der Patienten, die nach der Anpassungsphase entstehen, vorherzusagen. Methoden: 119 ICD-Patienten fullten zu zwei Zeitpunkten (30 Tage nach der Implantation und 6 Monate spater) psychometrische Fragebogen zur Erfassung von Angsten aus (z.B. Hospital Anxiety and Depression Scale). Nach der ersten Messung wurden die Patienten teilrandomisiert (Schichtung nach Indikation, Alter und Geschlecht) zwei Gruppen zugewiesen. Eine Gruppe nahm zwischen den beiden Messzeitpunkten zusatzlich zur medizinischen Betreuung am beschriebenen Praventionsprogramm teil, die andere Gruppe erhielt keine zusatzliche Betreuung. Zur Pradiktion der spateren Angstwerte wurden Regressionsanalysen durchgefuhrt. Als Pradiktoren dienten die Charakteristiken der Patienten, die zum ersten Messzeitpunkt erhoben worden waren. Kriterium war die Angst der Patienten zum zweiten Messzeitpunkt. Ergebnisse: Das Praventionsprogramm wurde von allen ICD-Patienten gut angenommen und von vielen Patienten (75%) als hilfreich beurteilt. Entgegen der Erwartungen unterschieden sich die beiden Gruppen hinsichtlich der Angstentwicklung jedoch nicht voneinander. Die differenzierte Analyse zeigte, dass die Wirkung des Praventionsprogramms auf die Angst der Patienten von deren Alter abhing (p = 0,01). Bei den jungeren ICD-Patienten (30-64 Jahre) lies sich durch das Programm ein Anstieg der Angste im Halbjahr nach der Implantation verhindern. Die subjektiv berichteten Angste der behandelten Gruppe der alteren Patienten (65-75 Jahre) entwickelten sich jedoch ungunstiger als die der Kontrollgruppe. Jungere Patienten berichteten nach der Implantation generell uber mehr Einschrankungen durch den ICD und fuhlten sich weniger gut durch ihn geschutzt als altere Patienten. In der Kontrollgruppe war die Vorhersage der Angst zum zweiten Messzeitpunkt am Besten durch die Einstellung der Patienten zum ICD moglich. In der Experimentalgruppe war die Angstsensitivitat der Patienten der beste Pradiktor. Schlussfolgerung: Jungere Patienten profitierten vom auf Informationen und Gesprachen basierenden Praventionsprogramm. Altere Patienten dagegen berichteten subjektiv uber mehr Angste, obwohl sie das Praventionsprogramm auch als hilfreich erachteten. Fur diese Patientengruppe mussen somit andere Moglichkeiten der notwendigen psychosozialen Unterstutzung gefunden werden.
Language: German
Field: Medicine
Open Access status: green
OpenAlex ID: W3174013616
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