Roberto Savianos La paranza dei bambini. Die ‚Paragesellschaft‘ der Kinder zwischen Pinocchio und Principe
Year: 2021
Type: book-chapter
Abstract: Roberto Savianos La paranza dei bambini.Die ‚Paragesellschaft' der Kinder zwischen Pinocchio und Principe A Napoli i bambini son sacri.Sono la sola cosa sacra che vi sia a Napoli.Curzio Malaparte, Le rose di carne (La pelle 1949).In La paranza dei bambini (2016) erzählt Roberto Saviano den ersten Teil der Geschichte um den neapolitanischen ‚baby-boss' Nicolas Fiorillo, alias Maraja, die im Folgeroman Bacio feroce (2017) eine Fortsetzung und ein bitteres Ende finden wird.Genauer handelt sie von dessen Ein-, aber mehr noch Aufstieg in die Strukturen der organisierten Kriminalität der kampanischen Camorra.Ebendiese hatte Saviano 2006 in Gomorra.Viaggio nell'impero economico e nel sogno di dominio della camorra dargestellt, einem Text an der Schwelle zwischen Doku-und Biofiktion, zwischen journalistischer Reportage und Zeugenbericht. 1 Anhand einzelner, prägnanter Episoden hatte der Autor darin die endemische Präsenz krimineller Systeme in der süditalienischen Region und das Ausmaß ihres Einflusses in sämtlichen nationalen wie internationalen, legalen wie illegalen Wirtschaftsbereichen aufgezeigt (Baugewerbe, Textilindustrie, Abfallwirtschaft, aber auch Drogen-, Menschen-und Waffenhandel, (Schutzgeld-)Erpressung, Geldwäsche u. v. m.).Diese Systeme, welche letztlich von den Schwachstellen der staatlichen Institutionen und ihrer Vertreter profitieren, bahnten sich durch Korruption einen Weg in das politische Herz der Nation, zu der sie in einem parasitären Verhältnis stünden.Sie können jedoch auch in einen offenen Konflikt mit dem Staat treten, wie es in den Jahren 1992-1993 der Fall war, als die sizilianische Cosa Nostra eine Reihe von Attentaten verübte mit dem Ziel, den auf ihr lastenden Druck von Seiten der Polizei und der Staatsanwaltschaft durch gezielte terroristische Aktionen zu beseitigen.Zugleich hatte Saviano die innere Ordnung und die Ästhetik dieses Systems erläutert, die es gestatten, die Camorra im Anschluss an Reckwitz als ein Phänomen der Singularisierung zu betrachten: Die patriarchalischen Familienunternehmen bürgerlicher Provenienzdenn die Camorristi sind im eigenen Selbstverständnis Unternehmer, nicht Kriminellebegründen und steigern ihren Einflussbereich durch die Einnahme von Territorien und Wirtschaftsgütern unter 1 Vgl.
Source: De Gruyter eBooks
Author: Simona Oberto
Language: German
Subfield: General Arts and Humanities
Field: Arts and Humanities
Domain: Social Sciences
Open Access status: hybrid
OpenAlex ID: W3206562957
