Year: 2021
Type: book
Abstract: II. Einladung zum Weiterdenken "Wir müssen lernen, auf neue Weise zu denken."Diese Forderung radikal ernst zu nehmen, bedeutet tatsächlich, uns auf Wege des Lernens zu begeben.Wesentliche Orientierungen sind offensichtlich: negative, die Umkehr gebieten, und positive, die zu anderen Ausrichtungen ermutigen.Auf neue Weise zu denken, heißt aber auch, mit anderen Denkformen vertraut zu werden als denen der problematischen, immer noch geltenden Konventionen, und sogar unser Gebrauch der Sprache bedarf der Weiterentwicklung und Ergänzung.Die Bedeutung sehr vieler Worte und Wendungen in der Alltagssprache ist (durch fahrlässigen Verschleiß, doch neuerdings auch bewusst zur Irreführung durch "new-speak" im Orwell`schen Sinne) verengt und deformiert worden.Dazu haben die verschiedenen Disziplinen der Wissenschaften, um begriffliche Schärfe zu erzielen, notwendig ihre Inhalte immer spezieller definiert und dadurch ihr je eigenes Idiom geschaffen.Deshalb kann eine Verständigung über die Grenzen, die wir zu überwinden versuchen, selbst da wirklich schwierig werden, wo wir bereits in gleiche Richtungen gehen und bemüht sind, im gegenseitigen Verständnis uns zu begegnen.Gerade die Verständigung darüber ist aber das entscheidende Medium des Wandels.In den Reaktionen der Anderen uns selber besser zu erkennen, im Hin-und Herwenden der Aspekte und Begründungen das, worum es uns geht, klarer und vielseitiger zu sehen.Bei einem neuen Denken müssen wir jedoch auch gewärtig sein, dass unsere Welt, die Wirklichkeit, die wir damit nachzeichnen wollen, sich nicht mehr als ein theoretisch geschlossenes System herausstellt, so dass es prinzipiell nicht mehr auf alle Fragen, die wir aus unserer begrenzten Sicht glauben stellen zu können, Antworten gibt, da sie ins Leere stoßen.Die Beobachtungen und Überlegungen dieser Denkschrift basieren auf Feststellungen, die wir für gesichert halten dürfen.Der Einstieg und die Reihung der Gedanken sind unvermeidlich durch Bildung und Vorbildung der Autoren geprägt.Die Denkschrift ist zunächst dem Gedenken Albert Einsteins gewidmet, dem großen Physiker, der vor hundert Jahren mit seinen genialen wissenschaftlichen Arbeiten unter anderem den Übergang vorbereitete von der bis dahin konkurrenzlos triumphierenden alten Physik zu einer seltsamen, auch für ihn paradox erscheinenden neuen Physik, ohne allerdings die Schwelle selbst zu überschreiten.Anlass dieser Denkschrift ist jedoch das vor 50 Jahren im Russell-Einstein Manifest angekündigte große Drama unserer Epoche, »Die Welt ist in Gefahr.Mehr noch als 1955, als das Einstein-Russell-Manifest geschrieben wurde.Antwort auf die drängenden Fragen gibt das Potsdamer Manifest.«
Source: oekom verlag eBooks
Authors: Daniel Dahm, Hans-Peter Dürr, Rudolf zur Lippe
Language: German
Subfield: General Social Sciences
Field: Social Sciences
Domain: Social Sciences
Open Access status: hybrid
OpenAlex ID: W4200568361
