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Die „Weltrevolution“ Hannah Höchs: zwischen Verschwinden und Selbstbehauptung

Year: 2022
Type: article
Abstract: Ausgangspunkt dieser Reflexion ist die berühmte Collage bzw. Fotomontage von Hannah Höch, Schnitt mit dem Küchenmesser Dada durch die letzte Weimarer Bierbauchkulturepoche Deutschlands (1919/20), die unter den Werken von Dada Berlin die deutsche Revolution am explizitesten thematisiert. Der politische Aufbruch und die in diesem Kontext entstandene künstlerische und kulturelle Dada-Revolution fallen mit der Erfindung der Fotomontage zusammen, einer Kunstform, die die Pluralität subjektiver Perspektiven und die Heterogenität der revoltierenden Vielen darstellen kann. In Höchs Montage werden die traditionellen Darstellungsnormen der Männlichkeit dekonstruiert und politische sowie künstlerische Forderungen nach mehr Rechten für Frauen formuliert. Da Höchs Werk vor allem eine kollektive Subjektivität ausdrückt, wurde ihre individuelle Subjektivität oft ausgeblendet und ihr Werk stand in der Dada-Historiographie lange im Hintergrund. Doch ist es ihr gelungen, materielle Spuren aus der Zeit der Revolution zu retten und zur Wiederentdeckung der Dada-Bewegung wesentlich beizutragen. Von einer erfolgten Selbstbehauptung im Kollektiv(en) zeugt auch die späte Collage Lebensbild (1972-1973), die ein Fragment der Montage von 1919 wiederaufnimmt und dadurch die Revolution fortführt und in die Geschichte einschreibt.
Language: German
Open Access status: green
OpenAlex ID: W4206853215
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