Islampolitik
Year: 1915
Type: article
Abstract: der Islam als Weltanschauung im weitesten Sinne des Wortes der Erbe des christlichen Hellenismus geworden.Christentum und Islam fuBen also auf der gleichen kulturellen Grundlage, nur dab diese ererbten Elemente sich im Abendlande europaisierten, wahrend sie im Morgenlande, namentlich seit Verlegung des Schwergewichtes des Kalifenreiches von der Mittelmeerkiiste nach Bagdad, unter dem Zeichen der Asiatisierung standen.Religion und Kultur verwoben sich zu einem untrennbaren Ganzen.Den Rahmen fur diese Einheitszivilisation bildete der jahrhundertelang gelebte Einheitsstaat des Kalifats.Mit dem Zerfall dieses Staates lebte die in ihm geschaffene religiose Einheitsbildung ebenso weiter wie die Erinnerung an die glorreiche Zeit des Einheitsstaates selber.Dieser Staatsgedanke wurde zu einem Teil der islamischen Weltanschauung.Jeder Muslim ist Burger dieses ideellen Staates, daher der Internationalismus des Islams, auch noch in der Gegenwart.Da die Lebensauffassung des Islams somit in alle Spharen des Daseins eindringt, ist eine Auseinandersetzung mit ihm, vor allem fir den modernen Staat, unumgiinglich, und zwar fiir den orientalischen Staat ebenso wie fur den europaiischen.Diese Stellungnahme zu dem Islamproblem in positiven MaBnahmen oder duldendem Geschehenlassen wird
Source: Die Welt des Islams
DOI: 10.2307/1569277
Author: C. H. Becker
Language: German
Topic: Islamic Studies and History
Field: Social Sciences
Domain: Social Sciences
Open Access status: green
OpenAlex ID: W4230246274
