Year: 2007
Type: book-chapter
Abstract: Beschäftigt man sich mit dem Populären, so positioniert man sich -willentlich oder unwillentlich -in der Nähe von Massensemantiken.Dies geschieht häufig in der Form vehementer Abgrenzung.In den britischen Cultural Studies wird der Begriff der Masse zu Gunsten eines nun positiv konnotierten Begriffs des Populären verabschiedet: An die Stelle der Massen treten die Leute ("the people"), die immer schon als kritische und subversive Instanz funktionieren (Williams 1986;Fiske 1989).Das von Ernesto Laclau entworfene Konzept des Populären hält sich von einer derartigen politisch-normativen Vereinnahmung fern.Hier zeigt sich denn auch der Vorteil einer formalen -nicht aber formalistischen -Argumentationsweise, die weder ein Subjekt des Populären voraussetzen muss, noch dieses normativ auflädt: Die Logik des Populären wird im Rahmen einer Theorie des Politischen und der Hegemonie gedacht, die sich für das Funktionieren diskursiver Logiken interessiert.Das Populäre verkörpert für Laclau/Mouffe eine zentrale, wenn nicht sogar die Logik des Politischen -eine Logik, die sich nicht automatisch in ein spezifisches politisches Programm einschreibt.Diese politische Offenheit des Konzeptes wurde zwar vielfach kritisiert, wobei gerade die normative Unbestimmtheit das Populäre zum geeigneten analytischen Instrumentarium macht.Diese Offenheit mag ein Grund dafür gewesen sein, dass Laclau (2005) sein Buch On Populist Reason 1 mit einer Diskussion der Massenpsychologie beginnen lässt -und zwar durchaus nicht in denunziatorischer Absicht.Die Massenpsychologie interessiert Laclau trotz ihrer konservativen oder gar reaktionären 1 Im Folgenden abgekürzt mit der Sigle PR.
Source: transcript Verlag eBooks
Author: Urs Stäheli
Language: German
Subfield: Clinical Psychology
Field: Psychology
Domain: Social Sciences
Open Access status: hybrid
OpenAlex ID: W4231662555
