Year: 2015
Type: article
Abstract: Zusammenfassung: Das klassische Gutachterverfahren zur Bewertung von Forschungsleistung wird zunehmend durch Zitationsanalysen zur Messung der Wirkung von Publikationen ergänzt und unterstützt.Die quantitativen Verfahren der Wirkungsmessung sind jedoch nur dann aussagekräftig, wenn sie die jeweils geeigneten Indikatoren heranziehen.Der Trend hin zu einer Amateur-Bibliometrie stellt eine ernste Gefahr für die Forschungsevaluierung dar.Der Wunsch der Wissenschaftspolitik nach Rankings und Zahlen wird durch scheinbar einfach zu bedienende Werkzeuge erfüllt.Wir plädieren in diesem Artikel für den Einsatz einer professionellen Bibliometrie, die in den Kontext des Forschungsgebiets Bibliometrie eingebettet ist.Danach ist z.B. der Journal Impact Factor (JIF) zur Messung der Wirkung der Arbeiten eines Forschers ungeeignet, da er keinen Rückschluss auf die Wirkung einer bestimmten in einer Zeitschrift publizierten Arbeit erlaubt.Der h-Index misst Produktivität und Wirkung in Form von Zitierungen in einer einzigen Zahl und verknüpft beide Größen willkürlich.Perzentile (Prozentränge) sind dagegen für die Bewertung von Publikationen und Personen sehr gut geeignet.Die Arbeiten eines Forschers und deren Wirkung, gemessen anhand von Perzentilen, kann als sogenannter Beam-Plot übersichtlich dargestellt werden.Mit Beam-Plots kann man auf einen Blick feststellen, in welchen Jahren ein Forscher wie produktiv war und wie häufig seine Arbeiten im Vergleich zu ähnlichen Publikationen zitiert wurden.Einleitung Die Ergebnisse wissenschaftlicher Aktivität werden heute zumeist als Artikel in den entsprechenden Fachzeitschriften veröffentlicht.Je nach Fachdisziplin spielen aber auch Bücher als Publikationsmedium eine wichtige Rolle (wie z.B. in der Soziologie).Auf diese Weise werden die Forschungsergebnisse den Fachkollegen vorgestellt und können von diesen diskutiert, kritisiert oder als Ausgangsbasis für deren eigene Forschungsarbeiten herangezogen werden.Die Bezugnahme auf vorangegangene Arbeiten erfolgt typischerweise in der Form von Fußnoten bzw.Verweisen (auch Referenzen, Zitate, Zitationen oder Zitierungen genannt), welche in alphabetischer oder nummerierter Auflistung den Publikationen im Anhang beigefügt werden.Damit kann der Leser die Bezugnahme auf vorangegangen Arbeiten nachvollziehen und Ursprung und Entwicklung von Methoden, Theorien usw.nachverfolgen.Die Zitierungen sind die Fäden im Netzwerk der wissenschaftlichen Arbeiten, welche diese inhaltlich verbinden.Für die Einschätzung der Bedeutung von Zitierungen ist es wichtig festzuhalten, dass diese Daten von den forschenden und publizierenden Autoren selbst und nicht etwa von Datenbankherstellern oder Statistikern stammen (Bornmann / Marx 2014 a).Wird ein Manuskript bei einer Zeitschrift eingereicht, unterliegen auch die Zitierungen einer Kontrolle seitens der Redaktion und der Gutachter (hinsichtlich ihrer Vollständigkeit, ihrer Richtigkeit und ihres Formats).Zitationsanalysen sind erst dadurch möglich geworden, dass beim Aufbau und der Entwicklung von Literaturdatenbanken nicht nur Publikationen, sondern auch deren Zitierungen untereinander integriert und zur Auswertung bereitgestellt wurden (Garfield 1979).Vorreiter war das Institute for Scientific Information (ISI, heute Thomson Reuters) in Philadelphia (USA), das unter der Leitung von Eugene Garfield im Jahr 1980 zunächst den Science Citation Index (SCI) und später weitere Zitierindexe (wie z.B.
Source: Soziale Welt
Authors: Werner Marx, Lutz Bornmann
Language: German
Subfield: Statistics, Probability and Uncertainty
Field: Decision Sciences
Domain: Social Sciences
Open Access status: bronze
OpenAlex ID: W4244610491
