Year: 2020
Type: editorial
Abstract: Die folgenden Beiträge wurden zunächst als Vorträge auf einer Tagung zu Goethes »Zeitkonzepten« gehalten, die wir am 11. und 12. November 2016 am ZfL in Berlin veranstaltet haben.Finanziert wurde die Konferenz aus Mitteln des im DFG-Schwerpunktprogramm 1688 »Ästhetische Eigenzeiten« angesiedelten Projekts »Zeit und Form im Wandel«, in dem wir mit Alexandra Heimes das Nachleben von Goethes Morphologie in der Theoriebildung des 20.Jahrhunderts untersucht haben.Die Ergebnisse werden im nächsten Jahr in einer gemeinsamen Monografie erscheinen.Lange waren Formkonzepte dem Zug der Zeit entzogen, um dann am Ende des 18. Jahrhunderts, und prominent in Goethes Naturforschung, massiv unter ihren Einfluss zu geraten.Wenn Goethes Überlegungen zu Morphologie und Metamorphose Manifestationen der im späten 18. Jahrhundert auf breiter Front beobachtbaren Verzeitlichungsprozesse darstellen, drängt sich die Frage auf, wie das Verhältnis von Zeit und Form in der als Zeitkunst verstandenen Literatur des Autors wirksam wurde.Zu den besonderen Bedingungen, unter denen die nachstehenden Beiträge diese Frage verfolgen (und die in dem Beitrag von Helmut Müller-Sievers thematisch werden), gehört Goethes exponiertes Verhältnis zur eigenen Zeitgenossenschaft.Die Lebenszeit des 1749 Geborenen, der 18-jährig den Beginn einer neuen Epoche der deutschen Literatur auf sich datierte, koinzidiert mit den weltzeitlichen Ereignissen politischer und philosophischer Revolutionen.Zu Goethes Zeit-und Selbstbewusstsein gehören aber vor allem Störungen dieser Synchronie von Welt-und Lebenszeit.Bekanntlich vereinsamte der Autor in dem Maße, in dem er sich zu Lebzeiten ›his-E.
Authors: Eva Axer, Eva Geulen
Institution: Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung
Language: German
Subfield: Literature and Literary Theory
Field: Arts and Humanities
Domain: Social Sciences
Open Access status: hybrid
Estimated APC paid: $2,760
OpenAlex ID: W4246890142
