Das "Heidelberger Manifest" von 1981
Year: 2010
Type: book-chapter
Abstract: Warnungen vor der "Überfremdung des deutschen Volkes" wurden nicht erst seit Goebbels' Agitation vor dem "ungehinderten jüdischen Einfluss im deutschen Geistesleben" 1 im September 1933 laut.Bereits im Kaiserreich und in der Weimarer Republik bildeten antisemitische Klischees über die "sprachliche Fremdartigkeit" 2 von Juden die Bausteine mythisch verklärter Hetzargumentationen und Verschwörungstheorien.Über das politische Geschehen hinaus findet der Begriff der "Überfremdung" auch Anwendung im Bereich der Kultur, Sprache und Wirtschaft.So warnt man beispielsweise in regelmäßigen Abständen vor der Präsenz und dem Einfluss von Anglizismen, der die deutsche Sprache und damit die deutsche Kultur als Ganzes bedrohe.Dass sich in der Nachkriegszeit mit dem Begriff der Überfremdung nicht nur Ängste in der breiten Bevölkerung schüren ließen, sondern dass dieser Begriff auch und gerade an der Universität, dem vermeintlichen Hort von Rationalität und Aufklärung, wieder Gegenstand einer vermeintlich wissenschaftlichen Begründung von Ausländerfeindlichkeit sein konnte, zeigt das Beispiel einer höchst umstrittenen Publikation, die 1981 mit dem Titel "Heidelberger Manifest vom 17.Juni 1981" 3 an die Öffentlichkeit gelangte.1 Goebbels, Joseph:
Author: Andreas Wagner
Language: German
Topic: German History and Society
Subfield: History
Field: Arts and Humanities
Domain: Social Sciences
Open Access status: hybrid
OpenAlex ID: W2494164244
