Year: 2022
Type: article
Abstract: Zusammenfassung Inden vergangenen Jahren hat das Thema Einsamkeit an Raum im wissenschaftlichen und politischen Diskurs gewonnen. So gibt es inzwischen zahlreiche Forschungsarbeiten und Publikationen zu Einsamkeit im Alter, die auch in der öffentlichen und politischen Diskussion besonders wahrgenommen werden. Empirische Befunde sollen diese Wahrnehmung unterstützen. Anhand von Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) aus dem Jahr 2016 unterstreicht der Dritte Teilhabebericht der Bundesregierung, dass sich 16 % der Befragten oft einsam fühlen, unter den Menschen mit Beeinträchtigungen sind es sogar 31 %. Seit der Corona-Pandemie wird aufgrund der angeordneten Regelungen zum Social Distancing eine Häufung von Einsamkeitserfahrungen festgestellt. Eine Studie des wissenschaftlichen Dienstes der EU-Kommission kam zu dem Ergebnis, dass 25 % der EU-Bürger:innen sich nach den ersten Monaten der Pandemie einsam fühlten (im Vergleich zu 12 % im Jahr 2016. Regelmäßige Befragung zu Familie, Erwerbsarbeit, Politik und u. a. Gesundheit mit ca. 15.000 teilnehmenden Haushalten bzw. 30.000 Personen.). In nordeuropäischen Ländern hat sich der Anteil der einsamen Menschen seit Beginn der Pandemie sogar vervierfacht. Nach und nach etabliert sich dabei die Erkenntnis, dass Einsamkeit auch unter jungen Menschen kein seltenes Phänomen ist, das aber in dieser Altersgruppe in der Pandemie überdurchschnittlich an Bedeutung gewinnt. Dieser Beitrag analysiert Einsamkeitserfahrungen junger Menschen insbesondere anhand der Forschungsergebnisse aus den Studien JuCo I–III zu der Lebenssituation und den Erfahrungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen während der Corona-Pandemie und diskutiert abschließend, welcher Forschungsbedarf sich daraus ableiten lässt.
Source: Soziale Passagen
Author: Severine Thomas
Institution: University of Hildesheim
Language: German
Subfield: Health
Field: Social Sciences
Domain: Social Sciences
Open Access status: hybrid
Estimated APC paid: $2,990
OpenAlex ID: W4281616075
