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Oliver Dimbath / Lena M. Friedrich / Winfried Gebhardt (Hrsg.), „Die Hölle der Spätmoderne – Soziologische Studien zum Bedeutungswandel ewiger Verdammnis“, Bielefeld: transcript 2021, Reihe „Kulturen der Gesellschaft“, 388 S., kt., 39,00 €

Year: 2022
Type: article
Abstract: Was ist gemeint, wenn in der "spätmodernen", säkularisierten Gesellschaft von der "Hölle" die Rede ist? Dieser Frage widmet sich das zu besprechende Buch.Die zentrale These wird im einleitenden Beitrag der Koblenzer Herausgeber:innen Oliver Dimbath, Lena M. Friedrich und Winfried Gebhardt vorgestellt.Demnach seien Höllenvorstellungen zwar sowohl im Christentum selbst als auch in der säkularen "restlichen" Gesellschaft als "Sanktionsund Kulpabilisierungskonzept" (Ebertz) kaum noch wirkmächtig.Die Hölle als Metapher dafür aber habe überlebt und sei, mehr noch, zunehmend bedeutsam geworden (Dimbath: 210).Die Hölle verliere demnach sowohl seine religiöse Qualität als auch Funktion und werde vielmehr als ein "Modus des subjektiven Erlebens" beschrieben und sei durch den Eindruck eines umfassenden Kontrollverlustes, einer Situation der Auswegs-oder Hoffnungslosigkeit sowie einer zeitlichen und räumlich-sozialen Begrenztheit gekennzeichnet (Dimbath/Friedrich/Gebhardt: 13).Die Hölle sei demnach kein transzendenter, sondern ein immanenter, im "Diesseits" erlebbarer Ort.Das Buch stellt die Frage nach der "Kulturbedeutung" (Max Weber) der Hölle: Warum redet man überhaupt noch von der Hölle, wenn es die Hölle gar nicht gibt?Worin besteht die Alltagsbedeutung der Hölle?Was ist die sozial-regulative Funktion der Höllenmetapher?Kurzum: Bedeutet es überhaupt irgendetwas, wenn die Leute heutzutage "Hölle, Hölle, Hölle, Hölle" singen oder in der Vorweihnachtszeit lamentieren, dass Geschenke einpacken, die Wohnung putzen und kochen "die Hölle" sei? Die Herausgeber:innen meinen, es bedeute etwas und lohne sich, darüber ein Buch zu verfassen.Die Metapher der Hölle, so resümiert Lena M. Friedrich im letzten abschließenden Beitrag, sei "handlungsausrichtend" weil sie "dem spätmodernen Subjekt weiterhin im Nacken [sitze]we-
Language: German
Open Access status: hybrid
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OpenAlex ID: W4285178394
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