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Die Konferenz von Rambouillet und die Folgen

Year: 1999
Type: article
Abstract: tx^u ir'rs^j Jens Reuter -Melpomeni Katsaropoulou Die Konferenz von Rambouillet und die Folgen Ende Januar 1998 raffte sich die aus Rußland, den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien bestehende Balkan-Kontaktgruppe dazu auf, die serbische Regierung und die Führer der Kosovo-Albaner mit einem vermeintlichen Friedensdiktat zu konfrontieren.Die verfeindeten Seiten hat ten sich nach Schloß Rambouillet zu begeben, um sich innerhalb von zwei Wochen auf eine Lösung für Kosovo zu verständigen.Grundlage der Ver handlungen war der Friedensplan des amerikanischen Sondergesandten Hill in seiner achten oder neunten Version.Um ihre Entschlossenheit zu demon strieren, drohte die NATO der Führung in Belgrad mit Luftschlägen und er fand dafür den neuen Begriff eines "Friedensultimatums". Von Anfang an wurde den Konfliktparteien klar gemacht, achtzig Prozent des vorgelegten Friedensvertrags seien unverhandelbar und müßten ohne Änderung unter schrieben werden.Lediglich 20 Prozent könnten als verhandelbare Masse be trachtet werden.Überbringer dieser Botschaft war der britische Außenmi nister Robin Cook, der in einer Doppelrolle auftrat.Als Vertreter der Balkan-Kontaktgruppe warb er für den Friedensplan, als Repräsentant der NATO drohte er mit Bombenangriffen.Nach dem französischen Außenminister Vedrine fungierte Cook als zweiter Gastgeber der Konferenz.Frankreich und Großbritannien waren auch dazu ausersehen, die militärische Führungsrolle bei der Umsetzung des Friedensplans zu spielen.London sollte mit 8.000 und Paris mit ca.5.000 Soldaten die stärksten Kontingente stellen, während nur 2 bis 4.000 US-Soldaten in der Friedenstruppe präsent sein sollten.1 Die Belgrader Führung zögerte lange, bis sie sich zur Entsendung einer 13köpfigen Delegation bereitfand, deren Zusammensetzung allerdings nichts Gutes ahnen ließ.Slobodan Milosevic kam nicht nach Rambouillet, ja nicht einmal der serbische Präsident gehörte am Anfang der Delegation an.Sie wurde vom Verfassungsrechtler Ratko Markovic geleitet, dem vier weitere Politiker der zweiten Garnitur zur Seite standen.Acht weitere Delegations mitglieder waren das folkloristische Dekor der Delegation.Diese völlig unbe kannten und unbedeutenden Leute fungierten als Repräsentanten ethnischer Splittergruppen in Kosovo.So wurde die "Wiege des Serbentums", wie die Zeitschrift Obzor ironisch anmerkte, in Rambouillet auch von einem Kroaten aus Split verteidigt.Dieser Mann heißt Vladimir Stambuk und bekennt sich heute als Jugoslawe.Neben den Roma und den Goranci (eine winzige Gruppe islamisierter Slaven) waren mit Öerim Abazi auch die sogenannten Ägypter vertreten, die eigentlich Zigeuner sind.Abgerundet wurde das Spektrum
Language: German
Open Access status: bronze
OpenAlex ID: W4300407309
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