Zur Einleitung: Fraktalität und die Dynamik jüdischer Lebensformen im Süden des Alten Reichs im 17. und 18. Jahrhundert
Year: 2023
Type: article
Abstract: Im Jahre 1782 wandte sich die Jüdin Scheffala Ellinger (PID 17454)1 aus Hirschaid an den Bamberger Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal mit der Bitte, ihren siebenjährigen Sohn (PID 17372), der von ihrem geschiedenen Mann Bonum Moses Feist (PID 17284) entführt worden war, um ihn taufen zu lassen, wieder in ihre Obhut zu geben.Der Sohn sei von seinem Vater aus der Kost in Hirschaid geholt worden, um ihn in der »christkatholischen glaubens lehre« unterrichten zu lassen.Sie bat Erthal um Unterstützung, ihren Sohn zurückzuerhalten und argumentierte, dass sie diesen »mit meinen sauren Verdienst« und Unterstützung ihrer vermögenden Verwandtschaft in Baiersdorf, Fürth und Regensburg sowie an weiteren Ortschaften im Markgraftum Ansbach »in Kost und Kleydung unterhalten« habe.Der Vater des Jungen habe sich entschlossen, zur »verhaltung ferneren müssigen unterhaltes« zu konvertieren.Bislang habe er »blatterdings in sündhafften müssiggang zum abscheu seiner freunde die tage hiengebracht«.Scheffala thematisierte in ihrer Supplik sowohl das ihr zugefügte Unrecht sowie das Verhalten ihres geschiedenen Mannes.Gleichzeitig warnte sie die christliche Obrigkeit vor dessen Absichten und unterstellte ihm einen »lediglichen brodglauben«.2Auch wenn Scheffala das Interesse 1 PID ist die Identifikationsnummer, mit der die Person in der Projektdatenbank nach der Online-Veröffentlichung recherchierbar sein wird, s. dazu die Ausführungen unten auf S. 13 f. 2 Archiv des Erzbistums Bamberg (AEB), Rep. I, A 443 b (Taufe von Juden), Supplik der Jüdin Scheffela an den Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal in Bamberg, 9.1.1782.Die Literatur zu Konver
Source: Aschkenas
Language: German
Field: Social Sciences
Domain: Social Sciences
Open Access status: hybrid
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OpenAlex ID: W4376134346
