Der HiVe Frakturrisiko-Score für inzidente Hüft- und Wirbelfrakturen: Validierung und Vergleich mit FRAX anhand von Daten aus der SOF-Studie
Year: 2025
Type: conference-paper
Abstract: Einleitung: Für die S3 Osteoporose-Leitlinie 2023 (AWMF 183-001, (1)) des Dachverbands Osteologie wurde ein neuer Algorithmus zur Vorhersage des Frakturrisikos entwickelt (2), auf Basis dessen entsprechende Berechnungstabellen der Leitlinie erstellt wurden. Im Gegensatz zu anderen Ansätzen berechnet dieser Hip/Vertebrae Frakturrisiko Score (HiVe FRS) die 3-Jahres-Inzidenz von Hüft- oder Wirbelfrakturen und modelliert auf Basis (i) populationsbasierten, alters- und geschlechtsspezifischen Basisrisikos von Männern und Frauen ohne bekannte klinische Risikofaktoren durch Multiplikation mit (ii) dem relativen Risiko klinischer Risikofaktoren (kRFs) und (iii) DXA Z-Scores der Flächenknochenmineraldichte der gesamten Hüfte (aBMDth) das individuelle absolute Frakturrisiko. Relative Risiken (RRs) werden dabei nur für die 2 stärksten individuell vorliegenden kRFs berücksichtigt, die von der DVO Leitlinienkommission aus einer Liste von 33 kRFs ausgewählt worden waren (durch systematische Überprüfung von 2267 Peer-Review-Publikationen) (1) Methode: Die Validierung des HiVe 3yr-FRS erfolgte, indem dieser für Frauen der Study of Osteoporotic Fractures (SOF) berechnet wurde, für die als Benchmark die Ergebnisse für FRAX mit Schenkelhals-aBMD für Hüft- und "major osteoporotic fractures"-Frakturrisiko vorlagen. Die prädiktive Genauigkeit von HiVe wurde mit FRAX verglichen, indem die Risikovorhersage der tatsächlichen Anzahl von Hüft- oder klinischen Wirbelfrakturen gegenübergestellt wurde (Nachbeobachtungszeit: 3 Jahre für HiVe, 10 Jahre für FRAX). Das Frakturrisiko wurde mit logistischer Regressionsanalyse modelliert. Ergebnisse: In SOF waren 25 der 33 kRFs für 7007 Frauen im Alter von 67 bis 90 Jahren verfügbar. Die AUC war für das HiVe FRS größer als für alle FRAX-Einstellungen (Tabelle 1). Bei einer HiVe-Interventionsschwelle von 3% gehörten 43% der Frauen zur "Risikogruppe". Es wurden FRAX-Interventionsschwellen so gewählt, dass ebenfalls 43% identifiziert wurden. Vergleicht man dann die "Risikogruppe" mit der "Gruppe niedriges Risiko", so konnten mit HiVe gegenüber FRAX 42% (6,1/4,3) bis 74% (6,1/3,5) mehr Frauen mit tatsächlich erlittenen inzidente Frakturen identifiziert werden ([ Tab. 1 ]). Tab. 1 Frakturrisikovorhersage von HiVe vs. FRAX Diskussion: Der HiVe FRS zeigt im Vergleich zu FRAX eine bessere Frakturprädiktion und Risikoeinordnung bezogen auf die Interventionsschwelle.
Source: Osteologie/Osteology
Authors: C C Glüer, K Engelke, F Thomasius, L Y Lui, S R Cummings
Language: German
Subfield: Orthopedics and Sports Medicine
Field: Medicine
Domain: Health Sciences
Open Access status: bronze
OpenAlex ID: W4408704698
