Year: 2025
Type: book-chapter
Abstract: In diesem Kapitel werden die gegenseitige Einflussnahme und die Austauschprozesse zwischen Religion und Wirtschaft im europäischen Mittelalter anhand von Fallstudien und exemplarischen Beispielen in den Blick genommen.Theologen und das Kirchenrecht reagierten durchaus auf veränderte Bedingungen und Praktiken der Wirtschaft und bildeten zugleich neue ethische Verhaltensnormen aus.Die Hauptthemen der mittelalterlichen Wirtschaftsethik umfassten alle wichtigen Bereiche: die Produktion, den Markt, Handelspraktiken, Finanzen, Geld und Geldleihe und damit verbunden Wucher und Zinsen.Ein zentrales Leitmotiv war -neben dem eigenen Seelenheil -im Mittelalter das Gemeinwohl (bonum commune), das sich z.B. in Stiftungen, der Armenfürsorge, Nächstenliebe und der Balance zwischen Handelspartnern (gesichert durch den gerechten Preis) manifestierte.Die Mehrzahl der verfügbaren Quellen deckt den theologisch-juristischen Diskurs sowie die Normen des Wirtschaftens ab.Aus ihnen lernen wir viel über das Ideal wirtschaftlichen Handelns und seine religiöse Fundierung, weniger jedoch über die tatsächlichen Motive der Handelnden.Während man die Einstellungen von Kaufleuten und Händlern anhand von Handlungsbüchern und beispielsweise Briefen noch recht gut greifen kann, bleiben die konkreten Motive und wirtschaftsethischen Grundsätze der Mehrheit der Menschen, wie Frauen und Männer aus dem bäuerlichen Milieu, Tagelöhner:innen, Handwerker:innen sowie Arbeitslose oder Bettler meist im Dunkeln.
Source: De Gruyter eBooks
Author: Tanja Skambraks
Institution: University of Graz
Field: Social Sciences
Domain: Social Sciences
Open Access status: hybrid
OpenAlex ID: W4415793695
