Year: 2025
Type: article
Abstract: der evangelische Theologe Gerhard Müller in Erlangen.Größere Bekanntheit erlangte Müller in Deutschland in seinen Funktionen als braunschweigischer Landesbischof (1982)(1983)(1984)(1985)(1986)(1987)(1988)(1989)(1990)(1991)(1992)(1993)(1994) und Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (1990-1994).Neben seinen vielfältigen pastoralen Verpflichtungen als Vikar, Pfarrer und Bischof engagierte sich Müller als Wissenschaftler in Lehre und Forschung.Schon während seines Studiums der evangelischen Theologie und der Geschichte in Marburg, Göttingen und Tübingen interessierte er sich schwerpunktmäßig für die neuere Kirchengeschichte und Themen der Konfessionalisierung im 16.Jahrhundert.1955 wurde er mit einer Arbeit über "Das Krieg büchlin des frides" des schwäbischen gelehrten Theologen Sebastian Franck (1499-1543) und Friedensvorstellungen in der Epoche der Reformation an der Universität Marburg promoviert.1960 habilitierte sich Müller an derselben Universität in Kirchen-und Dogmengeschichte mit seiner Edition der Nuntiaturberichte von 1530/1531 nebst einer separaten Analyse der kurialen Deutschlandpolitik jener Jahre.1967 übernahm Müller nach Ablehnung mehrerer Rufe den Lehrstuhl für Historische Theologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, den er bis 1982 innehatte.Sein hohes wissenschaftliches Ansehen spiegelt sich auch in zahlreichen Ehrungen (Ehrendoktorwürde der Universität von St. Andrews/Schottland; Honorarprofessur in Göttingen) und Mitgliedschaften von Kommissionen und Akademien wider.In seinem umfangreichen wissenschaftlichen Œuvre behandelte er Fragestellungen von Religion, Konfession und Gesellschaft, deren zeitliche Spanne vom Mittelalter bis ins 20.Jahrhundert reichen.Ein vorrangiges Forschungsinteresse bildeten zweifellos die Anfänge der Reformation Luthers und Konfessionsdebatten des 16.Jahrhunderts.Neben seinen Spezialuntersuchungen auf diesem Gebiet, die von bleibendem Wert und Relevanz sind, trat er als Mitherausgeber der monumentalen Theologischen Realenzyklopädie und der Edition der Werke des Reformators Andreas Osiander (1498-1552) hervor.Gerhard Müller schaltete sich aber auch immer wieder in aktuelle gesellschaftspolitische Debatten ein, wie z.B. zur umstrittenen Rolle Hans Meisers (1881-1956), des ersten Landesbischofs der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Bayern, während des NS-Regimes.Über mehr als drei Jahrzehnte unterhielt Gerhard Müller intensive Beziehungen zum Deutschen Historischen Institut in Rom.Von 1957 bis 1959 hielt sich Müller zu einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Forschungsaufenthalt am Institut auf, das sich damals noch am Corso Vittorio Emanuele im römischen Stadtzentrum befand.Bei seinen Recherchen im Vatikan entdeckte er die umfangreichen Korrespondenzen der im Umfeld des folgenreichen Augsburger Reichstags von 1530 agierenden Nuntien.Die Bearbeitung dieses
Author: Alexander Koller
Language: English
Subfield: History
Field: Arts and Humanities
Domain: Social Sciences
Open Access status: hybrid
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OpenAlex ID: W4415987538
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