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Die Sackgasse der Bewegungsforschung

Year: 2025
Type: article
Abstract: Die Debatten der deutschen Protestforschung bleiben von der Marginalität dieses Forschungsfelds geprägt.Zwar haben prominente soziologische Themen mit Protest zu tun, z.B. der Erfolg des sogenannten Rechtspopulismus und die Dynamik des Klimakonflikts; und für ein Fach mit der Leitfrage "Wie ist soziale Ordnung möglich?" verspricht die Beobachtung von Protestbewegungenals Fällen einer besonders prekären Ordnungsformohnehin interessante Einsichten.Trotzdem ist die systematische Erforschung von Protest in den deutschsprachigen Sozialwissenschaften lange Zeit randständig geblieben; gerade die Soziologie richtete ihre Aufmerksamkeit vor allem auf unterstellte hochstabile Strukturen wie "Klassen", "Funktionssysteme" oder "Diskurse".So wurde diese Bewegungsforschung in eine Kommunikationskonstellation eingebunden, die weiterhin Folgen hat: Als zentrale Publika wirkten für sie zum einen die am Untersuchungsgegenstand direkt Beteiligtendie Protestierenden, die ihre Selbstbeschreibungen gewürdigt sehen wollen; 1 zum anderen ein Journalismus, der verwertbare Informationen zum Protestgeschehen nachfragt.Dagegen bilden, jenseits eines Netzwerks spezialisierter Protestforscher:innen, die sonstigen Sozialwissenschaften meist kein zentrales Publikum.Darum werden auch die dort unter dem Stichwort "Theorie" entwickelten Reflexionsstrategien kaum genutzt, die die Chance bewahren sollen, andere Fragen zu stellen, andere Aspekte des Gegenstands als relevant zu erkennen und andere Erklärungsstrategien auszuprobieren.Dieter Rucht, der am meisten zur Institutio-1 Zu den daraus entstehenden Spannungen in der Rolle des Bewegungsforschers vgl.Ullrich (2019).
Language: English
Open Access status: hybrid
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OpenAlex ID: W4416788555
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