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Jehova gleich Moloch: Eine »antireligiöse« Lesart von Salammbô

Year: 2012
Type: article
Abstract: Wie ist die »antireligiöse Wut« zu verstehen, von der Flaubert während der Schaffensjahre an Salammbô beherrscht wurde?Ist die Radikalisierung seiner Haltung dem Zufall zu verdanken oder gibt sie Auskunft zur Interpretation des Romans?Oder vielmehr: Was hat Flaubert während seiner Recherchen zu Karthago entdeckt, das ihn so sehr gegen das Christentum aufbrachte, dass sich sogar manche seiner Briefpartner darüber ereiferten? 1 2 Als Ausgangspunkt wählen wir das Datum des 27.Oktober 1859.Frédéric Baudry bringt Flaubert wegen einer Detailfrage zum Peplos der Astarté 2 mit Renan in Kontakt und verschafft ihm damit Zutritt zu einem Kreis, in dem die Beschäftigung mit Karthago und Phönizien einhergeht mit einem gemeinsamen »Hass auf die Priester«, denn die um Renan versammelten Gelehrten zeichnen sich gleichermaßen durch ihre Kenntnisse der phönizischen Welt wie ihren Antiklerikalismus aus.Dies gilt beispielsweise für Alfred Maury, der zu einem Berater Flauberts in religiösen Fragen wird und der sich durch seine leidenschaftlichen Positionen wider eine biblische Interpretation der Ursprünge der Menschheit hervortut.3 Die »Dîners« der Jahre 1859-1860 dürften in dieser Hinsicht für Flaubert von erheblicher Bedeutung gewesen sein, und der Boulevard du Temple wurde zu einem der zentralen Stätten des gelehrten Antiklerikalismus: »An eben diesem Sonntag gab es bei mir eine große Auseinandersetzung zwischen Baudry, Saint-Victor und dem hervorragenden Vater Maury, der charmant ist.Ich werde morgen mit ihm und Renan in Versailles dinieren.«
Source: Trivium
Language: German
Open Access status: diamond
OpenAlex ID: W54109809
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