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Analytische theorie der organischen entwicklung

Year: 1894
Type: book
Abstract: P ie 7 I e / f' (0% RN vıl auf einen Teil des thatsächlichen biologischen Wissens; wenn man will: die Ausführung eines ihrer Abschnitte, wenn man anders will: die Durchkreuzung meiner theoretischen und meiner experimentellen Arbeiten.Auch hier wird nicht nur analysiert, sondern auch die Analyse gemessen an grösserem Maassstab.Wenn nun also diese Schrift das vorläufig letzte Glied einer zusammenhängenden Kette ist, so folgt daraus ferner, dass ihr Inhalt dem meiner früheren Arbeiten zwar verwandt, aber nicht ohne weiteres kommensurabel ist: sage ich also hier etwas anderes, als ich früher sagte, oder sage ich etwas in anderer Form, so ist das kein Widerspruch in meinen Ausführungen, sondern eine Weiter-oder auch Umbildung derselben, und ich hoffe, dass auch diese Schrift noch recht weiter-und umbildungsfähig sei.Kritiker aber bitte ich dringend, die Vermengung von Altem und Neuem in meinen Schriften zu unterlassen.Kein Mensch beinahe hat bisher von meinen theoretischen Arbeiten Notiz genommen, mag das immer so bleiben.»Interessant« und »modern« ist auch diese Schrift nicht.Ich glaube auch nicht, dass sie leicht zu lesen ist; ja, ich hoffe, dass sie ein oberflächlicher Leser gar nicht versteht.Das soll nicht heissen, dass meine Schrift nicht ebensoviel des Schlechten wie des Guten enthalte, denn gewisse in ihr behandelte Dinge ist es schwer gut, unmöglich »besser« zu sagen.Wenn man sich aber dessen erinnert, dass meine Arbeit der ‚erste Versuch einer wirklichen.Analyse der vll Entwicklung ist, dann wird der Aufbau des Ganzen vielleicht auch den befriedigen, der an Einzelheiten Anstoss nimmt.Wenn ich dem Leser Ratschläge geben soll, so bitte ich ihn, bei erster Lektüre dem $ 9 des Kapitel III sogleich den zweiten Hauptteil folgen zu lassen; in den S$ 7-9 des genannten Kapitels ist der Höhepunkt kausaler Analyse erreicht: hier stellt sich die teleologische Betrachtung ganz von selbst ein.Dass ich diesen Gedankenlauf unterbrach, geschah des systematischen Aufbaues des Ganzen wegen.Der Niehtfachmann mag sich die Lektüre des $ 10 im Kapitel III und vielleicht auch der gesammten Einleitung ersparen.Von grossem Nutzen wird es dem Leser sein, im Anschluss an meine Schrift die neueste Arbeit meines Freundes C. Herbst »Über die Bedeutung der Reizphysiologie für die kausale Auffassung von Vorgängen in der tierischen Ontogenese« dem Studium zu unterziehen.Unter mannigfachem gegenseitigem geistigen Austausch sind unsere Arbeiten entstanden; ich glaube, dass sie sich sehr zweckmässig ergänzen: wer sich von der starren Abstraktion meiner Darstellung zurückgestossen fühlt, der findet dort fortgesetzt den Kontakt mit lebendigen Realitäten und, wenn er das Anschauliche bevorzugt, wahrscheinlich eine grössere Befriedisung, als ich sie ihm bieten kann.Man weiss es und merkt es hier wieder, welchen Männern ich vieles danke; es mag mir gestattet sein, Wilhelm IX Roux besonders zu nennen, um es deutlich zu machen, dass Hochachtung und schroffe Gegnerschaft keine Gegensätze sind.Der Name aber jenes, hier wie früher in der Widmung genannten, viel geschmähten Mannes, der in langer trüber Zeit neben wenigen anderen die Traditionen der alten, strengen, wahrhaft wissenschaftlichen Biologie hochhielt, mag für ihn selbst ein Zeichen später -leider zu später -Anerkennung, den Zeitgenossen gleichzeitig ein stiller, aber um so ernsterer Vorwurf sein.-Zahlreiche Wiederholungen trifft man in meiner Schrift an, durch ihre Anlage bedingt; da sie vorwiegend das Wichtigste betreffen, halte ich sie eher für einen Vorteil, als für einen Nachteil.Sollte man es tadeln, dass die Polemik in meiner Arbeit eine, wennschon vom positiv aufgebauten deutlich gesonderte, so doch immerhin ziemlich erhebliche Rolle spielt (Einleitung), so gebe ich die Berechtigung dieses Vorwurfs zum Teil zu.»Facta loquuntur« hätte ich, wie schon früher einmal, statt aller Polemik sagen können.Ich habe mich aber doch nicht entschliessen können, alle Diskussion zu streichen, denn ich wollte dem Leser etwas vollständiges und namentlich etwas gut fundiertes bieten.Es ist dieses aber meine letzte Erörterung und Verteidigung der Grundprinzipien meiner Theorie; mag sich von jetzt ab der Leserkreis auf Grund der vorliegenden Darlegungen der widerstreitenden Ansichten selbst seine Meinung bilden, wenn er das noch nicht that und überhaupt will.X Die Lust an thatsächlicher exakter biologischer Forschung, am Experiment, ist erwacht: möge diese Schrift, zugleich ein Arbeitsprogramm für die Zukunft, dazu beitragen, dass auch das Verständnis für sie erwache, und damit zugleich die Einsicht heranreife, dass reine naturwissenschaftliche Spezialforschung, sei sie auch von hoher Güte, innerhalb des Wissenschaftlichen nicht das Höchste und Letzte ist.
Author: Hans Driesch
Language: German
Open Access status: hybrid
OpenAlex ID: W589560180
FWCI: 124.2
Cites:
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