Year: 1997
Type: book-chapter
Abstract: Ziel des Beitrages ist es, die Aufmerksamkeit der Gedächtnisforschung mehr als bisher üblich auf die Bedeutung soziokultureller Bedingungen zu lenken, Es geht hier weniger um allgemeine Funktionsprinzipien des Gedächtnisses als vielmehr um die Rolle soziokultureller Faktoren rur inhaltsbezogene Gedächtnis- und Erirmerungsprozesse und deren Bedeutung für das Handeln. Die Argumentation geht von der Tatsache aus, daß jeder Mensch unter bestimmten sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen aufwächst und lebt und daß diese (spezifischen) Erfahrungen in vielfacher Weise mitbestimmen, was im Gedächtnis aufbewahrt, wie es strukturiert und erirmert wird und wie Erfahrungen schließlich handlungswirksam werden. Dies wird für drei Themenbereiche diskutiert, Der erste betrifft die Funktion, die Gedächtnis und Erinnerung für die Persönlichkeitsentwicklung haben, dies wird u. a. am Beispiel der Entwicklung sozialer Motive erläutert. Der zweite Bereich betrifft die inhaltliche Abhängigkeit der gespeicherten Erfahrungen von kulturgeprägten Denkmustern, Kategorien und Bedeutungen, u, a. diskutiert am Beispiel des Selbstkonzeptes, Als letztes wird das kollektive Gedächtnis und seine Bedeutung für das individuelle Handeln erörtert. Beispiele sind konkrete, im kulturellen Gedächtnis tradierte Mythen, Rituale, Überzeugungen und Denkmuster (bei den Aborigines, den Juden und den Iren). Der Beitrag will in erster Linie zur Forschung auf diesen Gebieten anregen. Aus den vorgestellten Überlegungen werden dazu eine Reihe Forschungsfragen abgeleitet.
Source: KOPS (University of Konstanz)
Authors: Hans-Joachim Kornadt, Gisela Trommsdorff
Language: German
Subfield: Developmental and Educational Psychology
Field: Psychology
Domain: Social Sciences
Open Access status: green
OpenAlex ID: W614179163
