Work

Introduction

Year: 2025
Type: article
Abstract: In dieser Ausgabe des Journals wird die Reform des ländlichen Raums in Asien im 20. Jahrhundertneu bewertet. Bislang haben Historiker die Entwicklung außerhalb der Städte als einekontingente Dimension von Imperien und Nationalstaaten oder als ein Derivat städtischer Planungsbemühungenbetrachtet. Die hier versammelten Fallstudien hingegen betrachten dieGeschichte der Dörfer und des ländlichen Wandels als eine entscheidende Arena, in der Ideenund Praktiken zur Neugestaltung von Staat und Gesellschaft formuliert, verhandelt und erprobtwurden. Vor allem in den Übergangsjahren des beschleunigten historischen Wandels, etwanach den Weltkriegen und während der Entkolonialisierung, fungierte das Konzept des Ländlichenund der ländlichen Gemeinden als Medium für vielfältige und oft widersprüchliche Zukunftsvorstellungen,sozioökonomische Ordnungsvorstellungen und politische Bestrebungen. Die Initiatoren dieser Entwicklungspfade waren nicht nur internationale Entwicklungsexperten oder städtische Eliten, sondern auch (selbsternannte) Vertreter ländlicher Gemeinschaften, dieihre Interessen, Ideen und Normen in das Gefüge von Entwicklung und Modernisierung einflochten.Vor diesem Hintergrund soll in diesem Heft genauer untersucht werden, inwieweit,für wen und mit welchen Folgen die Verhandlungen über die Bedeutung des Ländlichen denEntwicklungsvorstellungen im Allgemeinen Gestalt verliehen haben. Mit anderen Worten: DieFallstudien analysieren die Geschichte des ländlichen Raums und die Begriffsgeschichte desLändlichen in Asien als Schlüsselelemente der Entwicklungsgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Source: Comparativ
Authors: Clemens Six, Andreas Weiß
Language: English
Open Access status: green
OpenAlex ID: W6946056135
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