Year: 2006
Type: dissertation
Study design: Observational Study
Abstract: Das Noonan-Syndrom (NS) ist eine genetische Erkrankung und durch Kleinwuchs, typische Gesichtszüge, Herzfehler und Prädisposition zur juvenilen myelomonozytären Leukämie (JMML) gekennzeichnet. Als Ursache des NS wurden Mutationen im Gen PTPN11, welches für das Signalprotein SHP-2 kodiert, bei ~50% der Betroffenen beschrieben. SHP-2 ist eine Phosphatase, die Wachstumssignale von aktivierten Wachstumsfaktorrezeptoren an andere Signalmoleküle weiterleitet, insbesondere an Ras. Ras-Proteine regulieren fundamentale zelluläre Prozesse; somatische Ras-Mutationen werden häufig bei bösartigen Erkrankungen gefunden. Die vorliegende Arbeit untersucht mit einem Kandidatengen-Ansatz, ob einige PTPN11-Mutation-negative NS Patienten Mutationen in RAS Genen tragen. Die Mutationsanalyse der Gene HRAS, NRAS und KRAS an 174 Patienten mit PTPN11 Mutation negativem NS zeigte, dass ein kleiner Prozentsatz der Patienten Keimbahnmutationen im KRAS-Gen trägt. Diese neuen Mutationen, K-Ras V14I, T58I und D153V unterscheiden sich von den Neoplasie-assoziierten Mutationen an Positionen G12, G13 und Q61 und üben wahrscheinlich mildere Effekte aus, damit sie in der Keimbahn toleriert werden. Bei etwa 50% der Patienten mit NS ist der zugrunde liegende Gendefekt noch ungeklärt. Da aber offenbar der Noonan-Phänotyp durch verschiedene Gendefekte hervorgerufen werden kann, deren gemeinsamer Mechanismus eine konstitutive Deregulation des Ras-Signalwegs ist, wird vermutet, dass Patienten mit bislang unklarem Gendefekt Mutationen in anderen Proteinen desselben Signalwegs tragen.
Author: Böll, Silke
Language: German
Subfield: Molecular Biology
Domain: Life Sciences
Open Access status: green
OpenAlex ID: W6991977828
