Vergleich der Langzeiteffektivität und Compliance einer CPAP- und Pressure- relief-APAP-Therapie bei OSAS
Year: 2014
Type: dissertation
Study designs: Randomized Controlled Trial, Clinical Trial
Abstract: Der positive kontinuierliche Atemwegsdruck (CPAP) ist derzeit Therapie der Wahl bei der Behandlung des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms (OSAS). Eine häufig mangelhafte Therapietreue führte zu dem Einsatz verschiedener Therapieoptimierungsmaßnahmen. Der neuartige Beatmungsmodus A-Flex basiert auf der Kombination der Komfortfunktionen APAP (automatisches CPAP) und Bi-Flex (Zwei-Niveau-Positivdruckbeatmung mit Druckentlastung). Das innovative Verfahren zielt auf eine Therapiekomfortsteigerung und folglich auf eine Verbesserung der Therapietreue (Compliance) ab. In der vorliegenden Studie wird der Effekt des innovativen Beatmungsmodus A-Flex auf die Wirksamkeit bei der Beseitigung des OSAS, Compliance und die funktionellen Ergebnisse als Alternativverfahren zum konventionellen CPAP mit einem automatisch (A-CPAP) bzw. manuell (CPAP) ermittelten Therapiedruck untersucht. Unsere Arbeit wurde im Rahmen einer multizentrischen, kontrollierten, prospektiven, randomisierten Doppelblindstudie durchgeführt. Die dargestellten Daten wurden im Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum an der Charité erfasst. Dreißig Patienten mit einem moderaten bis schwergradigen OSAS (AHI 40,1/h) wurden in einer der drei Gruppen CPAP (N = 11), A-CPAP (N = 8) oder A-Flex (N = 11) randomisiert und über einen sechsmonatigen Zeitraum untersucht. Die Wirksamkeit wurde anhand der polysomnographischen Parameter verifiziert. Die Compliancebestimmung basierte auf der nächtlichen Gerätenutzung und richtete sich nach den in der Literatur gängigen Therapietreue-Definitionen. Die funktionellen Ergebnisse im Sinne von Auswirkung auf die Tagesschläfrigkeit und die Lebensqualität wurden mittels der Fragebögen Epworth Sleepiness Scale (ESS) und Functional Outcomes of Sleep Questionnaire (FOSQ) objektiviert. Beide Beatmungsmodalitäten führten zu einer gleichwertigen Verbesserung der Atmungsstörung (AHI 4,3/h unter CPAP vs. 2,4/h unter A-Flex, p = 0,158), der Schlaffragmentierung (Arousal Index 18,6/h vs. 16,8/h, p = 0,443) und Normalisierung der Schlafstruktur (N-REM-1 7,3 %, p = 0,994 bzw. N-REM-3 8,2 %, p = 0,764). Die Komfortsteigerung unter A-Flex erbrachte keine signifikante Verlängerung der Nutzungsdauer im Vergleich zum konventionellen CPAP (4,2 vs. 5,4 h/Nacht, p = 0,197). Mit beiden Beatmungsmodalitäten wurden Normwerte für ESS (7,8 vs. 7,6 Punkte, p = 0,313) sowie für FOSQ (18 vs. 17,9 Punkte, p = 0,747) erreicht. Die Analyse der acht Einzelfragen der ESS sowie der FOSQ- Subskalen ergab eine partielle Überlegenheit von CPAP gegenüber A-Flex. In Anbetracht der Tendenz zu initial höheren ESS- und niedrigeren FOSQ-Werten in den CPAP-Gruppen im Gegensatz zum A-Flex-Studienarm sind diese Befunde von fraglicher klinischer Bedeutung. Der innovative Beatmungsmodus A-Flex stellte sich als gleichwertig, aber nicht überlegen bezüglich der Wirksamkeit, Therapietreue und funktioneller Ergebnisse im Vergleich zum konventionellen CPAP dar. Zukünftige Arbeiten sind notwendig, um Patientengruppen zu identifizieren, die von dem Einsatz des neuartigen Druckzufuhrmusters besonders profitieren.
Author: Dimitrova, Polina
Language: German
Subfield: Physiology (medical)
Field: Medicine
Domain: Health Sciences
Open Access status: green
OpenAlex ID: W2097304245
