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Die Maske der Alten

Year: 2025
Type: article
Abstract: Die historische Interpretation und kulturgeschichtliche Einordnung der Ikonographie römischer Porträts ist seit jeher und mit guten Gründen nicht nur von der allgemeinen Stilisierung der Porträts geprägt. 1 Darunter fällt zunächst etwa die Wahl der spezifischen Frisur, der Mimik sowie etwaiger Altersmerkmale.Als bedeutsam in diesem Zusammenhang erwies sich ebenso, meist implizit, die Qualität und der Aufwand der formalen Ausführung.Die differenzierte, hoch anspruchsvolle Gestaltung etwa der berühmten Büste des Commodus im Konservatorenpalast 2 schlägt sich beispielsweise in den Unterschneidungen des Büstenfußes, aber auch in der hochfeinen, porzellanartigen Politur des Inkarnats sowie in der aufwendigen Bohrarbeit im Haar nieder.In dieser Ausführung zeigen sich gleich mehrere Ebenen, auf denen -neben der grundsätzlichen Ikonographie des Bildwerks und der dieser Ikonographie inhärenten Programmatikauch der qualitative, handwerkliche Aufwand wichtige Anknüpfungspunkte für eine historische Kontextualisierung des Monuments offenbart.Im Umkehrschluss stellt sich allerdings die Frage, wie man mit Porträts und Statuen umgehen soll, die nicht nur die Qualität und bildhauertechnische Meisterschaft der Commodusbüste verfehlen, sondern die aufgrund ihrer formalen Eigenschaften geradezu als Gegenentwürfe gelten müssen.Ausgehend von einem normativen Anspruch könnte man diese Objekte zunächst als defizitär, als blasse Schatten eines höheren ästhetischen Anspruchs ansehen.Allerdings verkennt dies das historische Potenzial der Monumente.3 Nichtsdestotrotz handelt es sich um Objekte, die zwar einen anderen formalen Anspruch widerspiegeln, in der Antike jedoch als Teil von Ehrenstatuen fungierten und damit vom Publikum zumindest zum Zeitpunkt ihrer Errichtung geschätzt worden sein müssen.4 Hinter der scheinbar defizitären Erscheinung verbirgt sich damit eine spezifische antike Ästhetik, die einer Diskussion bedarf, weil sie Teil der antiken Lebensrealität und der Praxis des ›statue habit‹ war.Es stellt sich demnach die Frage, wie man sich diesem Phänomen nähern kann.
Language: German
Subfield: Anthropology
Open Access status: hybrid
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OpenAlex ID: W7125420511
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