Die Magdalenenkapelle von St. Michael in Schwäbisch Hall
Year: 2026
Type: book-chapter
Abstract: Die Wandmalereien in der Kapelle des Westturms der St.-Michael-Pfarrkirche in Schwäbisch Hall stellen ein Forschungslücken dar, die in der Doktorarbeit des Autors aufgrund ihres architektonischen Schwerpunkts nicht behandelt werden konnten. Die Malereien stammen aus zwei unterschiedlichen Ausstattungsphasen. Zur Zeit der Errichtung, um 1180, war die östliche Altarnische mit Wandmalereien verziert. Um 1350 wurden die Wände des Raumes mit einem Magdalena-Zyklus geschmückt. Obwohl Lokalhistoriker diese umfangreiche Neugestaltung mit dokumentierten Altarstiftungen der Familie Lecher in Verbindung gebracht haben, wurde der Zyklus selbst bislang noch nicht eingehender untersucht. Auch wurde bislang nicht erörtert, ob der übliche Wunsch nach Memoria – dem Gedenken an die Toten – die großzügige Stiftung motivierte oder ob ein bedeutendes Ereignis das neue Dekorationsprogramm ausgelöst haben könnte. Im Zusammenhang mit Schwäbisch Hall kommen dabei Ereignisse wie die Zwietracht zwischen 1340 und 1342 oder die Naturkatastrophe von 1342, die sogenannte Magdalenenflut, in den Sinn. Ein zentrales Argument dieser Studie ist, dass die Kapelle von ihrer Gründung an Maria Magdalena geweiht war – eine Schlussfolgerung, die sich aus der Neuinterpretation der spätromanischen Wandmalerei, der detaillierten Analyse des Magdalenenzyklus um 1350 und den Belegen aus erhaltenen Urquellen ergibt.
Author: Helga Steiger
Language: German
Subfield: Archeology
Field: Arts and Humanities
Domain: Social Sciences
Open Access status: hybrid
OpenAlex ID: W7206210992
