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Die Zeiten des Historikers und die Zeiten des Soziologen. Der Streit zwischen Braudel und Gurvitch – wiederbetrachtet

Year: 2011
Type: article
Abstract: Im Jahr 1977 erklärte Fernand Braudel: »Einer meiner besten Freunde, Georges Gurvitch, ein Soziologe, mit dem ich mich zwanzig Jahre lang gestritten habe, man muss es so nennen, behauptete, ich sei ein Philosoph, und als er sah, dass dies mir keine reine Freude bereitete, setzte er nach und behauptete sogar, ich sei ein Theoretiker, und fügte ein perfides Wort hinzu: ein ›imperialistischer‹ Theoretiker.Damit meinte er einen, der sich zu viel um die Angelegenheiten der anderen kümmert; er warf mir vor, ein Historiker zu sein, der in den Bereich der Humanwissenschaften eindringt, um dort zu bestimmen, sehr laut zu schreien, um seine Ansprüche vorzubringen und durchzusetzen.« 1 Bei diesem Streit, den man in der vollen Bedeutung des Wortes auffassen muss, ging es einen Moment lang um den wissenschaftstheoretischen und methodologischen Status der Zeit für den Historiker und den Soziologen.Erwiesen sich die drei von Braudel vorgeschlagenen Dauern bzw.Zeitlichkeitskategorien (durées) als vereinbar mit den acht Typen der soziologischen Zeit, die Gurvitch konzipiert hatte?Das war eine der Fragen, auf die beide 1958 antworteten, der erste im Traité de sociologie und der zweite in La multiplicité des temps sociaux. 2 Der alte Streit zwischen Soziologie und Geschichte (welcher von beiden gebührt der höhere Rang?) wurde unter dem Gesichtspunkt der Die Zeiten des Historikers und die Zeiten des Soziologen.Der Streit zwischen...
Source: Trivium
Author: Alain Maillard
Language: German
Subfield: History
Open Access status: diamond
OpenAlex ID: W85352396
FWCI:
Cites: 37
Cited by: 2
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