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Das Leitbild des „europäischen Juristen“ – Gedanken zur Juristenausbildung und zur Rechtskultur in Deutschland

Year: 2010
Type: article
Abstract: Die herrschende Idealvorstellung vom Juristen ist die: Ein höherer Staatsbeamter mit akademischer Ausbildung, sitzt er, bewaffnet bloß mit einer Denkmaschine, freilich einer von der feinsten Art, in seiner Zelle.Ihr einziges Mobiliar ein grüner Tisch, auf dem das staatliche Gesetzbuch vor ihm liegt.Man reicht ihm einen beliebigen Fall, einen wirklichen oder nur erdachten, und entsprechend seiner Pflicht, ist er imstande, mit Hülfe rein logischer Operationen und einer nur ihm verständlichen Geheimtechnik, die vom Gesetzgeber vorherbestimmte Entscheidung im Gesetzbuch mit absoluter Exaktheit nachzuweisen". 1 Mit diesen Worten beginnt Kantorowicz seine provokante Streitschrift mit dem Titel "Der Kampf um die Rechtswissenschaft". Das Bemerkenswerte an ihnen ist dabei nicht nur die darin zum Ausdruck kommende Leidenschaft, mit der schon vor mehr als hundert Jahren über das Leitbild des Juristen gestritten wurde.Interessant ist auch die Tatsache, dass Kantorowicz sein berühmtes Pamphlet ausgerechnet während eines Studienaufenthalts in Bologna 2 verfasst hat.Dieser Umstand belegt nicht nur die Mobilität eines "europäischen Juristen" vor mehr als hundert Jahren.3 Nein, die Erwähnung des Namens "Bologna" weckt darüber hinaus vielfältige Assoziationen.Denn Bologna ist wohl mehr als jede andere Stadt geeignet, die Tradition und Größe der Wurzeln europäischer Juristenausbildung zu versinnbildlichen, die im Bologna A. * Bei dem Beitrag handelt es sich um die redigierte und mit Fußnoten versehene Fassung meines Festvortrags zur Eröffnung des 16.Deutschen Verwaltungsgerichtstag in Freiburg am 5. Mai 2010.Für die große Unterstützung bei der Erarbeitung des Beitrags danke ich meiner Wissenschaftlichen Mitarbeiterin am Bundesverfassungsgericht Frau
Language: German
Subfield: Law
Open Access status: hybrid
OpenAlex ID: W2329631237
FWCI: 8.912
Cites: 8
Cited by: 7
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